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Biete Sportgummi für Kinorettung

Von Christina Böck

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Jetzt ist es schon wieder passiert. In Salzburg hat ein Kino zugesperrt. Möglicherweise sogar das älteste Kino der Welt. Sollte es stimmen, dass es das "Mozartkino" seit 1904 gegeben hat, dann hat es diesen Rekord gehalten. Also bis Donnerstag Abend eben.

Das ist natürlich traurig. Vor allem, weil es nun in Salzburg nach dem Aus für das "Central" und das "Elmo" in den vergangenen Jahren neben dem Filmkulturzentrum "Das Kino" nur noch zwei Multiplexkinos gibt. So ein Angebot wird nun auch nicht gerade für eine sprunghafte Verbreiterung des Kinofilm-Spektrums sorgen. Für welche Art Filme sich Multiplexkinos am liebsten entscheiden, ist ja weithin bekannt.

Der Grund für das Ende des "Mozartkinos" ist derselbe, der seit Jahren landauf landab die Kinos hinwegrafft: Die Kinobetreiber können sich die Umbauten, die für die Digitalisierung der Spielstätte notwendig sind, nicht leisten. Der Umbau hätte 150.000 Euro gekostet, sagt der "Mozartkino"-Betreiber, das wäre für den reinen Kinobetrieb nicht mehr wirtschaftlich - "trotz zuletzt gestiegener Besucherzahlen".

Diese Besucher werden ihrem Stammkino nun sicher mehr oder weniger lautstark nachweinen. Das ist immer so - zumindest für drei, vier Wochen. Vielleicht wäre es geschickter, als Kinobetreiber die immer kurz vor dem Ende aufflammende Liebe ein bisschen besser auszunützen. Zum Beispiel mit einer Spendenkampagne auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter. "Biete lebenslangen Sportgummi für Rettungszuschuss", das wäre doch einmal einen Versuch wert. Ein paar alte Kinos gibt es ja noch.