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BIG-Mieter nach Gespräch enttäuscht

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die 170 Mieter der BIG-Immobilie General-Keyes-Straße, die ihre Wohnungen kaufen wollen, sind entrüstet und fühlen sich nach den letzten Verhandlungen mit der BIG vor den Kopf gestoßen.


Seit fast zwei Jahren versuchen sie ihre Wohnungen zu kaufen, doch bisher ohne Erfolg. Nach dem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Hartwig Chromy, am Donnerstag Abend sind die Mieter der Salzburger Anlage schwer enttäuscht. Denn die Vorgaben, die Chromy für den Erwerb gemacht hat, seien eine nach der anderen so gut wie unerfüllbar, erklärt Mietersprecher Herbert Schatzl gegenüber der "Wiener Zeitung". Dahinter stecke die Absicht, den Mietern den Mut zu nehmen, mutmaßt er. Denn mittlerweile lautet eine Bedingung der BIG, dass mindestens 60% aller Mieter der General-Keyes-Straße bis zum kommenden Montag, den 11. August, ihre Kaufabsicht schriftlich deponieren müssen. Außerdem sollten sie sich in dem Schreiben bereit erklären, zwischen 800 und 1.000 Euro pro Quadratmeter zu zahlen.

Erst danach wird ein Sachverständiger nach Salzburg geschickt, der die Wohnungen bewertet. Mieter von Dienst- und Naturalwohnungen seien aber nicht berechtigt, ihre Wohnungen zu kaufen, wurde von Chromy mitgeteilt. Einverstanden wäre die BIG, wenn die Mieter selbst einen Investor fänden, der sich bereit erklärt, die Anlage als Ganzes zu übernehmen und die Wohnungen anschließend an die Bewohner zum vereinbarten Kaufpreis abzutreten. Doch dann müssen bis zum 15. September mindestens 50% des Verkaufspreises mittels Bankgarantie für die BIG hinterlegt werden. Den genauen Verkaufspreis wollte Chromy noch nicht nennen. "Das ist ein Skandal ohnegleichen", tobt Schatzl. "Wir sollen uns im Vorhinein zu einem Preis verpflichten, der noch gar nicht ermittelt wurde." Er plant nun eine neuerliche Mieterversammlung in Salzburg: "Wir werden uns das sicher nicht gefallen lassen."