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"Bildungsministerin hat bis jetzt nur Löcher gepinselt"

Von Katharina Schmidt

Politik

"Wiener Zeitung": Sind Ihre Vorschläge mit der eigenen Partei akkordiert? | Katharina Cortolezis-Schlager: Jetzt gerade findet eine breite Diskussion statt. In der Perspektivengruppe sollten zuerst die Experten zu Wort kommen, dann wollten wir eine interne Diskussion starten.


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"Intern" ist der Diskurs aber nicht gerade, denn er läuft ja über die Medien...

Der ÖVP wurde ja immer vorgeworfen, dass sie zu monolithisch ist - jetzt wollen wir kein Geheimnis daraus machen, was die Experten finden.

So wie die Vorschläge derzeit auf dem Tisch liegen, sind sie also innerhalb der ÖVP noch nicht abgeklärt?

Es gab viele Gespräche. Das Papier musste aber erst einmal Konturen annehmen, bevor wir über Einzelheiten reden. Das unterscheidet uns von der SPÖ: Es geht uns um ein Gesamtkonzept und nicht um einzelne Bausteine.

Noch einmal: Ist etwa Bildungssprecher Neugebauer informiert und einverstanden?

Über Details müssen wir reden, aber ich glaube, dass er das Papier mitträgt.

Beim Uni-Zugang hat das Kabinett von Wissenschaftsminister Johannes Hahn bereits abgewunken...

Wir haben die Perspektive 2010, sein Ressort beschäftigt sich mit der aktuellen Tagespolitik. Wir sind aber in sehr gutem Einvernehmen.

Für SPÖ-Bildungsministerin Schmied ist Ihr Vorstoß "Sommerloch-Wahnsinn"...

Die Bildungsministerin hat uns bis jetzt nur Löcher hingepinselt, es wäre schon schön, wenn wir auch einen Sommer hätten. Aber wir sind zu jeder konstruktiven Diskussion bereit.

Anders als die gemeinsame Schule der SPÖ geht Ihr Vorschlag in Richtung Zersplitterung des Schulsystems...

Uns geht es um Schulautonomie, nicht um Zersplitterung. Wir müssen die Bildung bis 19 durchdenken und nicht bis 14. Man muss die Schule so weiterentwickeln, dass das AMS nicht für die Jugendlichen bis 18 zuständig ist.

Wie fix sind die Vorschläge?

Wir rücken nicht von den Bildungsstandards ab: Die Verlässlichkeit der Qualifikation muss gesichert sein.

In welchen Phasen soll es Bildungsstandards geben?

Die Standards dienen zur Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten beziehungsweise Schule. Wir haben nie von Tests gesprochen, das wäre ein Blödsinn.

Beim verpflichtenden letzten Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachdefiziten hat die Regierung eine Einigung erreicht. Ihr Kommentar dazu?

Der Vorstoß ist richtig. Es sind viele Fragen offen, also muss es eine Pilotphase geben, bevor ich das Gesetz in Stein meißle. Wir sehen es als Erfolg der Perspektivengruppe, dass ein Vorschlag von uns positiv aufgenommen worden ist.