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Billige Bilanztricks oder echtes Geld? Hypo-Kapital kommt Alteignern teuer

Von Stefan Melichar

Analysen

Geld ist nicht gleich Geld - vor allem, wenn es um die Rettung einer Bank geht. Auch bei der Notverstaatlichung der Kärntner Hypo Group Alpe Adria spielt die Unterscheidung von Eigenkapital und Liquidität eine zentrale Rolle. | Eigenkapital dient als Sicherheitspolster in der Bilanz. Es kommt zum Beispiel durch den Verkauf von Anteilen ins Unternehmen und kann vom Kapitalgeber nicht zurückgefordert werden. Diesem winken zwar fette Dividenden, solange das Institut Gewinne schreibt, im Fall einer Pleite schaut der Investor aber durch die Finger. Anders ist dies bei der Liquidität: Um den Geschäftsbetrieb zu finanzieren, benötigen Banken flüssiges Geld. Während Eigenkapital zur Abdeckung von Risiken im Unternehmen bleibt, wird Liquidität benötigt, um überhaupt Mittel zu haben, die etwa als Kredite weitergegeben werden können.


Die Liquidität stammt zum Beispiel von Sparern, die ihr Geld bei der Bank anlegen, aus Krediten von anderen Finanzinstituten, von Anleihezeichnern oder von Notenbanken. Im Unterschied zum Eigenkapital muss Liquidität zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbezahlt werden - vereinbarte Zinszahlungen eingeschlossen. Da derartiges Fremdkapital im Insolvenzfall besser geschützt ist als Eigenkapital, ist der erwartete Gewinn für Investoren niedriger.

Wandeln nun das Land Kärnten und die BayernLB als Alteigentümer bestehende Forderungen gegenüber der Hypo in Eigenkapital um, handelt es sich nur vordergründig um einen billigen Bilanztrick. Ein Konzernkredit hätte nämlich irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Das Eigenkapital bleibt hingegen fix in der Hypo. Das Geld ist damit praktisch weg. Ob darauf je Dividenden fließen werden, hängt von der weiteren Entwicklung der Bank ab. Bei der vor einem Jahr notverstaatlichten Kommunalkredit mussten ebenfalls die Alteigentümer bestehende Forderungen in Eigenkapital wandeln. Dieses steckt nun zu drei Vierteln in einer herausgelösten Abwicklungsgesellschaft.

Auch im staatlichen Bankenhilfspaket wird zwischen Eigenkapital- und Liquiditätshilfen unterschieden. Für Erstere steht ein Gesamtvolumen von 15 Milliarden Euro bereit, von denen bisher rund 6 Milliarden zugeteilt sind. Zweitere gewährt der Staat indirekt durch Haftungsübernahmen - etwa für Anleihen. Hierfür sind grob gerechnet 25 Milliarden von 65 Milliarden Euro vergeben.