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Billiger Ramsch kommt nicht gut

Von Regine Bohrn

Wirtschaft

Kaffeehäferl, Kulis und Lebensmittel sind beliebte Weihnachtsgeschenke.


Wien. Jedes Jahr zu Weihnachten werden hierzulande Millionen von Geschenken eingepackt und verschenkt. Allerdings verschenken nicht nur Privatpersonen Präsente, sondern auch Firmen. Damit ein Kunden- oder Mitarbeitergeschenk kein Flop wird, muss aber einiges beachtet werden.

In erster Linie sollte das Geschenk einen Bezug zum Unternehmen haben. Betriebe, die in der Stahlindustrie tätig sind, schauen etwa, dass ihre Geschenke aus Edelstahl sind, sagt Alexandra Muhm, Marketingleiterin des Wiener Werbeartikelherstellers Multigate. Betriebe, deren Mitarbeiter und Kunden hingegen viel im Freien arbeiten, würden Jacken mit dem jeweiligen Firmenlogo verschenken.

Wichtig sei auch, dass keine Präsente verschenkt werden, die billig wirken. "Ein Geschenk muss eine gewisse Wertigkeit haben", meint Konrad Godec, Präsident des Verbands der Werbemittelhändler Österreichs (VÖW). Wenn ein billiger, patzender Kugelschreiber verschenkt wird, würden die Beschenkten meinen: "Die paar Cent dafür hätten sie sich auch sparen können."

Vier Monate Vorlaufzeit

Wer möchte, dass die Geschenke pünktlich ankommen, sollte sich bereits Mitte bis Ende August mit dem Thema auseinandersetzen. Muhms Faustregel lautet: "Wenn bei Hofer der erste Lebkuchen im Regal steht, sollte man sich Gedanken machen." Wer Kunden oder Mitarbeiter in Übersee-Ländern hat, sollte sich schon im Mai überlegen, was er unter den Christbaum legen möchte.

Natürlich ist es auch möglich, sich später als im Mai oder August mit dem Thema zu beschäftigen, aber dann werde es eben teurer, sagt Godec. Teilweise würden es die Werbeartikel-Hersteller auch schaffen, die Geschenke drei Wochen vor dem Fest herzustellen. Diese Schnellschüsse würden meist mit Weihnachtsfeiern zusammenhängen, sagt Muhm.

Wie viel heimische Unternehmen für Weihnachtsgeschenke ausgeben, ist schwer zu sagen. Abhängig davon, ob ein Kaffeehäferl oder eine Aktentasche verschenkt wird, entstehen Kosten zwischen zwei und 40 Euro. Von den Spenden, die manche Firmen zu Weihnachten tätigen, sehen sich die Werbeartikelhersteller nicht bedroht. "Das hat es schon immer gegeben", meinen Muhm und Godec unisono. Eines sei aber zu bemerken: Während der Krise wurde weniger, aber dafür gezielter geschenkt.

Der Trend, was geschenkt wird, ist seit Jahren derselbe. So werden wahrscheinlich auch heuer alltagstaugliche Präsente wie Kaffeehäferl, Aktenmappen oder Taschen das Ranking anführen. Gerne werden aber auch Textilien und PC-Zubehör wie USB-Sticks in Sonderformen verschenkt. Gut gehen würden auch Schreibgeräte von Lamy oder Faber Castell. Diese würden zum Teil auch ohne Firmenaufdruck verschenkt, da man sich den Überreicher des hochwertigen Präsents ohnehin merke, meint Muhm.

Rot-weiß-rote Lebensmittel

Hoch im Kurs würden auch hochpreisige Lebensmittel wie etwa Spezial-Lachssorten stehen. Manche Firmen würden aber auch auf Produkte der Region zurückgreifen, erklärt VÖW-Präsident Godec. Steirische Firmen würden in diesem Fall steirische Lebensmittel wie Kürbiskern-Öl oder Kürbiskern-Schokolade hergeben. Verschenkt werden die regionalen Spezialitäten überwiegend an inländische Kunden. Ausländische Partner oder Mitarbeiter würden eher österreichische Schmankerl, die mit dem jeweiligen Firmenlogo versehen sind, erhalten.