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Billigfluglinie lenkt nicht ein

Von Hans-Paul Nosko

Wirtschaft

Trotz Klagsandrohung der Flughafen Wien AG zieht die Billig-Airline SkyEurope ihre Behauptung nicht zurück, der Flughafen Wien-Schwechat sei "überlastet". Sie will damit Flüge vom Airport ihres Firmensitzes in Bratislava bewerben. Traditionelle Fluglinien wie die Austrian Airlines (AUA) kontern mit besseren Angeboten und mehr Service, senken allerdings manche Flugpreise auch dramatisch.


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"Das Unternehmen hat ihren Sitz nur 50 km vom schon überlasteten Flughafen Wien- Schwechat." Mit dieser - grammatikalisch nicht ganz einwandfreien - Formulierung wirbt die Billigfluglinie SkyEurope auf ihrer Internet-Seite für Abflüge von Bratislava. Der Wiener Flughafen hatte der Gesellschaft bis vergangenen Freitag Zeit gegeben, das Wort "überlastet", zurückzuziehen und drohte mit einer Klage wegen Rufschädigung.

SkyEurope-Chef Christian Mandl ließ die Frist verstreichen und denkt nicht an einen Rückzieher. Als Versöhnungsgeste bot Mandl im Scherz an, die Mitarbeiter der Flughafen Wien AG mit Gratistickets seiner Linie zu versorgen. Das wird wohl nicht reichen: Flughafen Wien-Sprecher Hans Mayer am Freitag gegenüber der "Wiener Zeitung": "Wir behalten uns alle rechtlichen Schritte vor." Ab und zu reiche das Flugaufkommen allerdings an die Kapazitätsgrenze heran, so Mayer.

Möglicherweise nimmt der SkyEurope-Chef die Klagsdrohung als das, was sie wahrscheinlich ist: Ein Warnschuss. Mandls Airline, die seit Februar 2002 auf dem Markt ist, übernahm das Geschäftsmodell erfolgreicher Billiganbieter wie RyanAir oder GermanWings.

Dafür werden die Kosten radikal eingedämmt. Wie Mandl kürzlich auf einer Veranstaltung des Verbandes österreichischer Firmenreisestellen ABTA erklärte, zahle er seinen slowakischen Piloten 1.100 Euro pro Monat. Ein Austrian Airlines-Kapitän verdiene etwa 8.000 Euro monatlich. Auf diese Weise kann SkyEurope Ticketpreise in der Höhe größerer Taxirechnungen anbieten. So kostet etwa ein Einfachflug von Bratislava nach München 46 Euro plus Taxen.

Die AUA konterte umgehend: Wien-München-Wien um 110 Euro plus Gebühren. AUA-Sprecher Johannes Davoras zum Unterschied von traditionelle Airlines und Billiglinien: "Wir bieten Anschlussgarantien und Vielfliegerprogramme, die Low-Cost-Carrier nicht." Und Billiglinien hätten "wenig bis keinen Service".