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Bio-Orangen aus Sizilien für Österreichs Handel

Von Sophia Freynschlag aus Sizilien

Wirtschaft
Francesco Salamita ist überzeugter Bio-Bauer.

Die Genossenschaft Salamita hat sich seit 1972 dem Bio-Anbau verschrieben.


Barcellona. Im sonst so sonnigen Sizilien machen den Landwirten derzeit Regen und Temperaturschwankungen zu schaffen. "Der Start der Orangenernte hat sich heuer um ein bis zwei Wochen verschoben", sagt Conchetta Salamita, Leiterin der Kooperative Salamita. Die Genossenschaft hat sich seit fast 40 Jahren der Bio-Landwirtschaft verschrieben und liefert 30 Prozent der Produktion von 2500 Tonnen Orangen und 1500 Tonnen Zitronen pro Jahr nach Österreich. Seit dem Start der Bio-Eigenmarke "Ja!Natürlich" vor 17 Jahren ist Salamita Partner von Rewe in Österreich. Für heuer erwartet die Sizilianerin eine Erntemenge auf Vorjahresniveau.

Einer der 48 Zitrusfrüchte-Bauern der Genossenschaft ist der Betrieb "San Torello" in der Nähe des Vulkans Ätna mit 3000 Orangen- und Blutorangenbäumen, deren Früchte aus den dichten grünen Baumkronen hervorleuchten. Rund 30 Erntehelfer sind von der Genossenschaft angestellt - alles Sizilianer, keine Schwarzarbeiter, betont Francesco Salamita.

Die Erntehelfer schneiden mit einer kleinen, spitzen Schere die Navelina-Orangen vorsichtig herunter - damit der Nabel, also die Ausstülpung an der Spitze, nicht verletzt wird, erklärt Francesco Salamita: "Der Nabel muss eine grüne Farbe haben. Wenn er braun und trocken aussieht, wurde die Orange zu lange gelagert." Ist hingegen die Schale teilweise grün, sei das auf die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht zurückzuführen, nicht auf den Reifegrad.

Marienkäfer werden als Waffe gegen Schädlinge eingesetzt

Chemische Spritz- und Düngemittel sind im Bio-Anbau verboten - deshalb wird Schädlingen wie der roten Spinne oder Schildläusen mit natürlichen Mitteln, etwa mit Marienkäfern, zu Leibe gerückt.

Die Orangen werden in Kübeln gesammelt und abends per Lkw nach Barcellona in den Norden Siziliens zum Hauptsitz von Salamita transportiert. Dort stapeln sich in der Verpackungshalle Kisten voller Orangen und Zitronen. Auf einem Förderband werden gerade Zitronen mit Wasser besprüht, gebürstet und getrocknet. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau darf die Schale der Bio-Früchte nämlich nicht gewachst werden, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Daneben laufen auf sieben Förderbändern Orangen, die hier nach Größe sortiert werden. "Nur mittelgroße Früchte ohne Kerne verkaufen sich gut im Einzelhandel, zu große oder zu kleine Früchte werden zu Saft verarbeitet", sagt Conchetta Salamita.

Lose Ware wird in Holzkisten an Naturkostläden geliefert, für Ja!Natürlich werden die Orangen in Netzsäcken verpackt. "Diese Verpackung stellt sicher, dass Bio-Produkte in den Geschäften nicht mit konventioneller Ware verwechselt werden können", erklärt Ja!Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer.

Mit der Fähre und dem Lkw werden die Orangen nach Österreich gebracht. Drei bis fünf Tage brauchen die Orangen vom Baum bis in den heimischen Handel - damit sie rechtzeitig vor Nikolo in den Regalen liegen.