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Bitte, danke

Von Christina Böck

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Der Niedergang der Umgangsformen wird ja allerorts beklagt. Wer in der Straßenbahn "Älteren oder Gebrechlichen" seinen Platz überlässt, gehört einer raren Spezies an. Aber wie soll man auch sehen, dass jemand auf Krücken oder mit Neunmonatsbauch das Gefährt betritt, wenn man vertieft in die Geschehnisse auf einem flimmernden Kastl ist.

Andererseits muss man sagen: Besonders nett sind wir zu unseren technischen Helfern auch nicht gerade. Ausgerechnet jene, denen wir unsere meiste Aufmerksamkeit widmen, also Smartphone, Tablet und Co, behandeln wir recht schoflig.

Die müssen zwar mit aufs Klo, um uns zu unterhalten, aber die schönen Dinge des Lebens dürfen sie nur so lange mit uns teilen, bis sie auf Facebook und Co. geteilt worden sind. Der Computer ist der Erste, der in der Früh angeschnauzt wird, weil er arglos daran erinnert, dass man ja doch wieder nur im Büro ist und nicht auf den Malediven. Und dann geht dieses Internet auch noch so langsam! Das technische Personal kann also vom Menschen nicht die beste Meinung haben. Das ist ein unflätiger, unwirscher Rohling, der sowas von nicht zu schätzen weiß, wie viel Gutes ihm getan wird.

Aber eine Frau will das nun ändern. Es handelt sich um die Oma von Ben John. Die 85-Jährige ist der Ansicht, dass auch Google ein Mindestmaß an Höflichkeit verdient. Und begann also, wie ihr Enkel berichtete, ihre Anfrage mit "Bitte" und beendete sie mit "Danke". Die Suchmaschine dankte ihr das unübliche Verhalten mit einer tadellosen Antwort. Ein hübsches Beispiel dafür, dass das bessere kurze Wort mit zwei T doch nicht "flott" ist.