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Von Christina Böck

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Man kauft sich ein, sagen wir, Schneidbrett. Und jedes Mal, wenn man sich das Messer zur Hand genommen hat und die Zwiebeln fürsorglich in Position gelegt hat, geht es wieder los. Das Brett ist nicht auffindbar. Wo ist es? Ganz einfach: Der Verkäufer hat es versteckt. Er ist in die Küche gekommen, hat das Brett geholt und woanders hingelegt. Bizarre Geschichte? Ja, aber so ähnlich geht es Nutzern der Musik-App des iPhones. Die hatte früher die Funktion, gesammelte Musikstücke, die man bei iTunes als MP3 gekauft hatte, abzuspielen. Seit einiger Zeit - und seit sich auch Apple auf dem Musikstreaming-Markt etablieren möchte - ist das nicht mehr so einfach. Es gibt da nämlich dieses Wolkensymbol, und wenn das auftaucht, gibt es Ärger: Es bedeutet nämlich, dass das angewählte Lied gar nicht auf dem iPhone gespeichert ist. Demnach also nicht, ohne erneut heruntergeladen zu werden, abgespielt werden kann. Das passiert auch, wenn man diese Songs bereits einmal auf dem Handy gespeichert hatte. Das führt mitunter zu absurden Auswegen: Wenn man nämlich, obwohl man gutes Geld für diese Musik gezahlt hat, sie auf einer anderen Plattform, etwa Spotify streamen muss. Weil es bequemer ist.

Am Donnerstag hat Apple nun die letzten klassischen iPods aus dem Sortiment genommen. Bei denen gab es das beschriebene Problem nicht - weil sie keinen Internetzugang hatten. Das Unternehmen reagiere auf veränderte Nutzergewohnheiten und den Siegeszug des Streamings, heißt es nun allerorts. Das ist freilich nur eine logische Konsequenz, wenn man die Kunden nachgerade in die Hände der Konkurrenz drängt.