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Bitte jetzt nicht die Fairness bemühen

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

"Selbe Kompression, selbe Operation, selber Raum! Und dieselbe Krankenschwester!" - am Tag nach ihren schweren Stürzen bei der Kitzbühel-Abfahrt konnten Georg Streitberger und Aksel Lund Svindal gemeinsam mit dem im Training verunfallten Florian Scheiber schon wieder lachen, wie ihre humoristischen Meldungen aus dem Krankenhaus Hochrum auf Facebook belegen. Den Verantwortlichen ist dagegen eher nicht zum Witzeln zumute, die Diskussionen über die Sicherheit und die Bedingungen auf der Streif halten an - und sie zeigen die Doppelmoral im Skirennsport. So war etwa ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel fuchsteufelswild, weil das Rennen nicht schon nach Svindals Sturz abgebrochen wurde; aber wäre er das auch gewesen, hätte der ÖSV noch Sieganwärter am Start gehabt oder gar den Führenden gestellt?

Und wie wäre es Peter Fill gegangen, wäre der Bewerb mangels ins Rennen gegangener Teilnehmer nicht gewertet worden?

Andere Trainer dagegen kritisierten, dass das Rennen nicht ganz zu Ende gefahren wurde. Auch Mattia Casse wird nicht begeistert gewesen sein, dass er nicht mehr starten durfte und so um die Chance gebracht wurde, seine phänomenale Trainingsleistung auch im wichtigsten Rennen des ganzen Jahres umzusetzen. Die meisten Fahrer - auch die Sturzopfer - hüten sich indessen, die Juryentscheidungen in Frage zu stellen, verweisen darauf, sich der Risiken bewusst zu sein, und flüchten sich in Galgenhumor. Auch sie wissen: Eine für alle faire Entscheidung konnte es an diesem Tag nicht geben. Dann braucht man aber bitte auch nicht so zu tun, als ob.