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Blickdichtes Glashaus

Von Judith Belfkih

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Lange angekündigte Offenbarungen finden wie die sprichwörtlichen Skandale mitunter nicht statt. Wir prüfen unsere Effizienz, hatte Bundestheater-Chef Georg Springer über Jahre hinweg angekündigt. Mit dem Ziel, Einsparungspotenziale zu lokalisieren, neue Synergien zu nutzen oder die Notwendigkeit höherer Subventionen zu untermauern. Der Termin für die Präsentation der Ergebnisse wurde regelmäßig um ein paar Monate verschoben. Und jetzt gleich ganz gestrichen.


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Der 600 Seiten umfassende Rohbericht ist fertig und wurde der Kulturministerin bereits vor Wochen übergeben. An eine Veröffentlichung sei nicht gedacht.

Dass es sich hier um die Verwendung öffentlicher Mittel handelt, scheint die Beteiligten dabei nicht zu stören. Man wolle sich die komplexen Ergebnisse dieser fundierten Analysen erst genauer anschauen und dann einen Maßnahmenkatalog erstellen. Immerhin taucht das Wort Arbeitsgruppe nicht auf in all den nebulosen Ankündigungen. Wie effizient diese Effizienzanalyse selbst ist, wird sich vielleicht nie weisen.

"Wir sitzen im Glashaus und sind in jeder Hinsicht einschaubar", hatte Georg Springer noch im Februar bei der Präsentation des Geschäftsberichtes der Bundestheater versichert. Von glasklar kann bei diesen Fensterscheiben jedoch offenbar keine Rede sein. Es handelt sich wohl um trübes Milchglas.

Siehe auch:Milchglasklarer Bericht