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Blumenstrauß statt "Plastikkuli"

Von Petra Medek

Wirtschaft

Ein Blumenstrauß für den Geschäftspartner statt einem weiteren von unzähligen Kugelschreibern mit Firmenlogo. Das soll der neueste Trend in Sachen Werbegeschenke sein, wenn es nach den hierzulande tätigen Blumenspendenversendern geht.


Platzhirsch Fleurop Österreich beackert dieses Segment mit der Tochterfirma Fleurop Cadeaux. Nach zwei Jahren Marktpräsenz lag der Anteil des Business-to-Business-Geschäftes 2002 bei 9,8% und soll heuer weiter auf 12% steigen, erklärt der neue Geschäftsführer Marco Ansaldi im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Gerade für den Fall, dass man sich beim Geschäftspartner für ein Missgeschick entschuldigen wolle, seien Blumen eine willkommene Idee. "Es dauert einfach zu lange, bis die Sekretärin eine Flasche Wein kauft, einpackt und verschickt. Wir stellen garantiert innerhalb von 24 Stunden zu", unterstreicht Ansaldi die Vorzüge seines Produktes.

Insgesamt habe die Fleurop Österreich - die nach eigenen Angaben hierzulande mit 400 Fachgeschäften vernetzt ist - im vergangenen Jahr rund 100.000 Aufträge mit einem Blumenwert von 3,5 Mill. Euro abgewickelt. Für heuer strebt Ansaldi eine Steigerung von rund 10% an. Wie hoch das Plus tatsächlich ausfällt, werde auch davon abhängen, wie der Relaunch der Homepage voran geht, an dem gerade gearbeitet werde, so der Geschäftsführer.

Der Lieferpreis bei Fleurop liegt bei 8 Euro, der Mindestbestellwert für das Blumenarrangement liegt bei 23 Euro. Ebenfalls 8 Euro Gebühren verrechnet die EuroFlorist, allerdings gibt es hier keine Mindestbestellgröße. Die Österreich-GmbH, die erst seit November 2002 aktiv ist und zur EuroFlorist-Gruppe, Marktführer in Skandinavien, gehört, hat es ebenfalls verstärkt auf Firmenkunden abgesehen. Das zeichne sich auch im Internetgeschäft ab, erzählt Geschäftsführer Olaf Scott. Etwa 10% der Bestellungen kämen derzeit via Internet herein, der Anteil an Privatkunden sei zwar noch höher, Firmenkunden bestellten aber häufiger, so Scott. "Ein Blumenstrauß ist sicherlich attraktiver als der fünfte Kugelschreiber", meint er. Wie hoch der bisher in Österreich verkaufte Blumenwert ist, wollte Scott nicht beziffern; jedenfalls sei das Geschäft über den Erwartungen gelegen, deshalb wolle man die Österreich-Päsenz nun ausbauen.

"Stiefmütterlich behandelt" hat Teleflor, Teil des weltgrößten Blumenvermittlernetzwerkes Teleflor International, den heimischen Markt nach den Worten von Aufsichtsratsmitglied Gerd Winter. Die Teleflor Welt-Blumendienst-GmbH hat hierzulande keine eigene Niederlassung, sondern bearbeitet Aufträge aus Österreich vom Stammsitz in Deutschland aus. "Verbandelt" sind mit Teleflor rund 200 österreichische Floristen, wo sich der Kunde in der Regel den zu versendenden Blumengruß aussucht, sagt Winter. Eine telefonsiche Bestellmöglichkeit bietet Teleflor bis dato nicht, wolle dies aber andenken.

http://www.fleurop.at

http://www.euroflorist.at

http://www.teleflor.at