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Blutbad in Bagdad

Von WZ Online

Politik

Bagdad. Bei dem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee in der Hauptstadt Bagdad sind am Dienstag mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen.


Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 125 Menschen verletzt. Die Mehrzahl der Opfer seien Rekruten, unter den Toten befänden sich aber auch Soldaten.

Der Selbstmordattentäter zündete den Angaben zufolge gegen 07.30 Uhr (Ortszeit, 06.30 Uhr MESZ) eine Sprengstoffweste, nachdem er sich in die Schlange vor dem Rekrutierungsbüro im Viertel Baab el Muatham im Zentrum der Hauptstadt eingereiht hatte. Ein Rekrut, der mit dem Leben davonkam, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne nicht verstehen, wie der Attentäter unerkannt die Sicherheitsschleuse passieren konnte. Nach der Explosion seien die Überlebenden in alle Richtungen geflohen, Soldaten hätten in die Luft geschossen.

Das Selbstmordattentat in Bagdad ist der schlimmste Anschlag seit der Attacke am 18. Juli in der Stadt Radwanija mit mindestens 45 Toten. Damals hatte sich ein Attentäter inmitten von Mitgliedern der Sahwa-Miliz, die gegen das Terrornetzwerk Al Kaida kämpft, in die Luft gesprengt.

US-Rückzug Ende August

Bis Ende August wollen die USA ihre Kampftruppen aus dem Irak vollständig abziehen. Nur 50.000 US-Soldaten sollen danach im Land bleiben, um sich an der Ausbildung der irakischen Armee zu beteiligen. Irakische und US-Vertreter warnen davor, dass Aufständische ein Machtvakuum für vermehrte Anschläge nutzen könnten. (APA)c