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Blutbad in Gaza

Von Ines Scholz

Politik

Israel hat ein regelrechtes Massaker an Mitgliedern der Hamas verübt. 14 Menschen starben.


Die israelische Armee hat in der Nacht auf Dienstag aus der Luft ein Hamas-Kommunikationszentrum im Gazastreifen bombardiert, in dem sich Dutzende Mitglieder des bewaffneten Arms der Organisation befunden hatten. 45 Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer.

Israel rechtfertigte den Angriff damit, dass auf dem Hamas-Komplex gerade eine Militärübung der "Issedin el Kassam-Brigaden" abgehalten worden sei. Überprüfbar war dies nicht, die Hamas bestritt. Ranghohe Führer der Gruppe befanden sich jedenfalls nicht unter den Bombardierten. Die meisten waren kaum älter als 20 Jahre. Dies ergab eine erste Identifizierung der Leichen. Augenzeugen berichteten von einem Bild des Grauens.

Mit der zu den blutigsten Angriffen gegen die Hamas seit Beginn der Intifada vor vier Jahren zählenden Liquidierungsaktion übte Israel Vergeltung für den Doppelselbstmordanschlag in Beersheba, bei dem vorige Woche 17 Menschen starben. Bekannt hatte sich damals die Hamas, die wiederum die Ermordung ihrer beiden Führer, Sheikh Yassin und Abdel Aziz Rantisi im vergangenen Frühjahr gerächt hatte.

Auch die jüngste Vergeltungs-Androhung ließ nicht auf sich warten: Die Hamas kündigte unmittelbar nach dem Blutbad neue Aktionen gegen Israel an. Ungewohnt scharf verurteilte auch die palästinensische Regierung das Blutbad. Außenminister Nabil Shaath sprach von einer "Terrorattacke durch israelische Besatzungstruppen"; mit dem Ziel, den Gazastreifen zu destabilisieren. "Kein Verbrechen bleibt ungestraft", meinte Premier Korei.