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Blutige Gewalt eskaliert erneut in Pakistan

Von Agnes Tandler

Politik

Mindesten 34 Tote bei Bombenanschlag. | Neu Delhi. In Pakistan sind bei einem Bombenanschlag am Montag mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Morgen auf einem Parkplatz vor einer Bank und einem Hotel in Rawalpindi, nahe der Hauptstadt Islamabad, in die Luft. Vor Ort waren um diese Zeit viele Menschen versammelt, um ihre monatliche Rente oder ihr Gehalt abzuholen. In Rawalpindi befindet sich das Hauptquartier des pakistanischen Militärs. In dem Gebiet, in dem der Anschlag stattfand, sind Kasernen und Unterkünfte der pakistanischen Armee untergebracht.


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Pakistans Streitkräfte führen im Moment eine Offensive in der der Hochburg der pakistanischen Taliban in Süd-Waziristan, an der Grenze zu Afghanistan. Die Regierung hatte kurz vor dem Anschlag ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar auf Taliban-Anführer Hakimullah Mehsud ausgesetzt. Pakistans Tageszeitung "The News" veröffentlichte auf der ersten Seite einen Aufruf mit Fotos von Hakimullah und sieben weiteren Anführern. "Helft der Regierung von Pakistan, damit diese Menschen ihre gerechte Strafe erhalten," lautete der Text.

In der vergangenen Woche waren bei einem Attentat auf einem Markt in Peshawar mindestens 118 Menschen gestorben. Allein im Monat Oktober sind in Pakistan fast 300 Menschen bei den blutigen Anschlägen überall im Land ums Leben gekommen.

Regierung schickt zu wenig Soldaten

Unweit der Stelle des Anschlages in Rawalpindi hatten Taliban-Kämpfer im Oktober die Armee-Zentrale gestürmt und sich dort einen Tag lang mit Geiseln verschanzt. Das Militär musste schließlich sein eigenes Hauptquartier stürmen. Bei der Aktion kamen 20 Menschen ums Leben.

Mit den fast täglichen Anschläge wollen die radikal-islamischen Kämpfer der Bevölkerung die Militär-Operation gründlich verleiden. Mitte Oktober hatte die pakistanische Armee ihre Offensive mit dem Namen "Weg zur Erlösung" begonnen. Doch Zweifel bleiben, wie Pakistan es schaffen will, mit nur 28.000 Soldaten gegen rund 10.000 hochgerüstete Guerilla-Kämpfer anzukommen, die dort ihre Heimat haben.