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Blutiges Massaker in der Moschee von Rawalpindi

Von WZ-Korrespondentin Agnes Tandler

Politik

Attentätergruppe griff mit Bomben und Gewehren an. | Viele Militärs im Gebetshaus. | Neu Delhi. Bei einem Terroranschlag in Pakistans Militärstadt Rawalpindi sind am Freitag mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 80 wurden verletzt. Eine Gruppe von Attentätern griff die zum Freitagsgebet voll gefüllte Moschee am belebten Qasim-Markt im Kommado-Stil mit Bomben und Gewehren an. Rawalpindi war in den letzten Wochen bereits mehrmals das Ziel blutiger Anschläge geworden. Hier ist der Hauptsitz des pakistanischen Militärs, das im Moment eine Offensive gegen Taliban-Gruppen in Süd-Waziristan führt.


Armeesprecher Athar Abbas sagte, die militanten Islamisten hätten die Moschee zum Ziel gewählt, weil das Gebetshaus von vielen Militärs besucht wird. Innenminister Rehman Malik machte die aufständischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. "Sie nehmen Rache für die erfolgreiche Operation der pakistanischen Armee im Swat-Tal und in Waziristan", sagte er.

Die Gegend um die Moschee wurde abgesperrt, Militärhubschrauber kreisten über dem Anschlagsort. Das Dach des Gebetshauses stürzte ein. Zum Zeitpunkt des Attentates sollen sich zwischen 200 bis 300 Menschen im Gebäude befunden haben. Die Moschee liegt unweit vom Hauptquartier der pakistanischen Armee. In der Gegend befinden sich auch Wohnquartiere ehemaliger und aktiver Militärs und Büros von Armee und Sicherheitsdiensten.

Die Attentäter zeigten mit ihrem koordinierten Terroranschlag auf Zivilisten erneut, dass sie in der Lage sind, auch gut gesicherte Gebiete anzugreifen. Sie zielen dabei darauf, die Bevölkerung gegen den Anti-Terror-Krieg im eigenen Land einzustimmen.

Seit Beginn der Offensive des Militärs gegen die pakistanischen Taliban im Süd-Waziristan im Oktober häufen sich die Anschläge in der Garnisonsstadt Rawalpindi, in der es zuvor verhältnismässig ruhig zuging. Mitte Oktober drangen Taliban-Kämpfer in das Hauptquartier der Armee ein und nahmen Geiseln. Ein Spezialkommando musste schließlich die eigene Zentrale von den Militanten befreien. Vor zwei Tagen wurde das Hauptquartier der Marine attackiert. Am 2. November starben mindestens 25 Menschen, als Selbstmord-Attentäter einen Platz vor einer Bank angriffen, wo viele Menschen - darunter auch viele pensionierte Militärs - warteten, um Geld abzuheben.