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Blutwurst und bulimische Bienen

Von Christina Böck

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Also so wird das nichts werden. Da wird der Jugend von heute in einer Studie vorgeworfen, dass sie keine Utopien hat. Lieber "triviale Ziele" verfolgt, wie Familie und materielle Sicherheit, und wahrscheinlich ein manierliches Äußeres. Und was tut das Kinderfernsehen für die Jugend von morgen? Setzt ihr eine abgemagerte Biene Maja vor. Und einen Willi, der aussieht, als würde er trainieren. Wenn der neue Willi seine Querstreifen ablegt, dann schaut er nachgerade bulimisch aus. Der ist für Spinne Thekla nicht mehr als ein Gruß aus der Küche. Der faule Willi, mit dem sich alle, die der Leistungsgesellschaft der Bienen ja eigentlich eher weniger abgewinnen konnten, so gut identifizieren konnten! Und mit solchen platt-lifestyligen Vorbildern soll die nächste Generation wieder utopienfreudiger werden?

Andererseits, was ist so schlimm an "trivialen Zielen"? Was ist überhaupt ein "triviales Ziel"? Eines, das man nicht exklusiv erreichen kann? Das ändert sich ja auch ständig. "Bond-Girl" zum Beispiel. Das konnte man früher nur werden, wenn man jung, gut gebaut und mit Vorliebe textilfrei war. Nun wurde die Queen für ihren Einsatz als "Bond-Girl" zur Eröffnung der Olympischen Spiele geehrt. Und sie erfüllt die drei Bedingungen in dieser Reihenfolge gar nicht, bedingt und, my goodness, keineswegs. Dagegen schon sehr exklusiv ist die Ehre, die einem Mühlviertler dieser Tage zuteil wurde. Er wurde in Frankreich zum "Ritter der Blutwurst" geschlagen. Das ist doch noch etwas, das man anstreben kann. Wobei, was ist da eigentlich die weibliche Form? Blunznprinzessin?