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Böhler-Uddeholm auf Erfolgskurs

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die Aktionäre und der Vorstand von Böhler-Uddeholm haben Grund zur Freude. Der internationale Edelstahlkonzern mit Sitz in Österreich ist derzeit auf Erfolgskurs. Dazu beigetragen hat laut Vorstandsvorsitzendem Claus Raidl das neue Werk in Brasilien Villares Metals sowie der wachsende Bedarf für Edelstahl in Asien, Osteuropa, Lateinamerika und USA. Der Auftragsstand des Edelstahlkonzerns lag Ende Juni bei 386 Mio. Euro und damit um 46% über jenem des vorigen Halbjahres.


"Villares ist eine wirklich gute Aquisition", der Böhler-Chef ist höchst zufrieden, kann er nun dem südamerikanischen Markt noch viel besser bearbeiten. Nur durch weitere Zukäufe könne das Unternehmen sein ehrgeiziges Vorhaben, weiterhin bei Umsatz und Ergebnis zu wachsen nicht erreichen. Dieses Jahr werden 90 Mio. Euro für Investitionen ausgegeben. Das Ziel für 2004 heißt 2001 übertreffen und mehr als 1,5 Mrd. Euro Umsatz und 132 Mill. Euro Gewinn machen.

Die Nachfrage nach Stahl steigt weltweit, dadurch sind auch die Preise für Schrott und Legierungen innerhalb eines Jahres um mehr als 100% gestiegen. Vor allem China erweise sich als "Saugstelle für Schrott und wird es auch weiter bleiben". Dank guter Verhandlungstaktik konnten die massiv gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben werden. Die Preiserhöhung betrug im Schnitt 8%. Ein Risiko sieht das Management in den hohen Legierungspreisen, die im Fall eines Preisverfalls, den Wert der Vorräte schmälern könnten.

Noch trägt China mit 50 Mio. Euro nur 3% zum Umsatz bei. Doch Raidl erklärt auf Anfrage der "Wiener Zeitung", dass dieser Markt stark an Bedeutung gewinnen wird. "Bis 2006 wollen wir den China-Umsatz auf 100 Mill. Euro verdoppeln." Gelingt dies, dann werde überlegt auch Produktionsstätten ins Reich der Mitte zu verlagern. Zuerst müsste der Edelstahlmarkt erobert werden, dazu will Böhler zu seinen vierzehn Niederlassungen weitere vier gründen.

Die Entwicklung bei der Produktivität sei positiv, die Lohnstückkosten sind gesunken. Doch der Ertrag dieser Produktivitätssteigerung könne unmöglich zur Gänze an die Arbeitnehmer weitergegeben werden. Mit dieser Festlegung baut Raidl für die kommenden Lohnrunden vor. Die Löhne dürften nicht allzu sehr steigen. Raidl erwägt sogar Einschnitte, nämlich dass künftig gewinnabhängige einmalige Prämien in die Lohnerhöhungen einberechnet werden. Von der Gruppenbesteuerung erwartet sich Raidl im nächsten Jahr eine moderate Steuerersparnis.