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Böhler-Uddeholm plant Aktiensplit

Von Harald Waiglein

Wirtschaft

Rekordergebnis 2005 bestätigt. | Raidl mit neuem Übernahmerecht zufrieden. | Wien. Für den Spezialstahl-Erzeuger Böhler-Uddeholm war 2005 ein ausgezeichnetes Jahr. Schon bei der Vorlage des vorläufigen Geschäftsergebnisses vor einigen Wochen zeichnete sich für den Konzern das beste Ergebnis in seiner Geschichte ab. Jetzt wurde das Rekordergebnis durch die endgültige Bilanz für 2005 bestätigt.


Zwei Übernahmen prägten das vergangene Jahr: Mit 1. Juli wurde die deutsche Buderus AG in die Bilanz konsolidiert. Gegen Jahresende kaufte dann Böhler die schwedische Avesta Welding. In den nächsten Jahren werde der Schwerpunkt weniger auf Akquisitionen liegen, sagt Generaldirektor Claus Raidl. Stattdessen werde man die Investitionen forcieren. Bis 2008 sollen über 500 Mio. Euro in Standorte in Brasilien, Österreich, Deutschland und China investiert werden.

Was den Ausblick auf das heurige Jahr betrifft, so habe dieses erfreulich begonnen, sagt Raidl. Die Auftragslage sei in allen Regionen sehr gut; besonders gut sei sie in jenen Produktionsbereichen, die für die Flugzeugindustrie und die Energiewirtschaft zuliefern. Eine Umsatzsteigerung werde Böhler-Uddeholm auf jeden Fall verbuchen können schon allein deshalb, weil Buderus und Avesta erstmals im ganzen Jahr in die Bilanz einfließen werden. Beim Ergebnis wolle man die Höhe des Vorjahres halten. Am 16. Mai werde man der Hauptversammlung einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 vorschlagen. Gleichzeitig werde man das Grundkapital berichtigen, sodass sich pro Aktie ein Nominalbetrag von 2 Euro ausgeht. "Wir wollen für Kleinanleger attraktiver werden", begründet Raidl diesen Schritt.

Gutes neues Übernahmerecht

Das vor wenigen Tagen vom Parlament beschlossene neue Übernahmerecht empfindet Raidl als Verbesserung. Nun gebe es klarere Regeln für Pflichtangebote. Was seiner Ansicht nach noch geregelt werden müsste, sei die rechtliche Stellung der Übernahmekommission. Diese stelle Regeln auf, sei aber gleichzeitig für Kontrolle und Sanktionen verantwortlich eine Konstruktion, die im österreichischen Recht unüblich sei. Die Kommission agiere wie die Inquisition. "Noricum war dagegen eine humane Veranstaltung", meint Raidl in Anspielung auf den Prozess um illegale Waffenexporte der Voest in den 80er Jahren.