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Bohnenstange mit zu dicken Hüften

Von Mathias Ziegler

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Es hat alles nichts gebracht. Da hat sie die ganze Woche hindurch Extra-Trainingseinheiten gemacht, auf Naschereien zu verzichten versucht - und dann hat "Germany’s Next Topmodel"-Kandidatin Christine (16) am Donnerstagabend auf Pro7 statt weniger plötzlich mehr Hüftumfang! Dabei wollte Model-Mama Heidi Klum sie mit dieser Messung doch eigentlich belohnen, weil sie so brav war. Doch dann der Schock: "Voriges Mal waren es 98 Zentimeter, das war schon eine - ähm - hohe Zahl. Jetzt sind es 100 Zentimeter."

Es hat alles nichts gebracht. Da wird seit Jahren über Magermodels und Bulimie in der breiten medialen Öffentlichkeit diskutiert, da verzichten sogar Fashion Weeks auf ganz magere Models - und dann stellt sich doch tatsächlich eine Heidi Klum im Fernsehen hin und lässt zwei Männer die Hüfte einer 16-Jährigen messen (warum legt sie eigentlich nicht selbst Hand an?), die selbst auf einem Flatscreen dünn wie eine Bohnenstange aussieht (Christine möge mir diesen Vergleich verzeihen).

Klar, schlanke Models gefallen den meisten Menschen besser als fettleibige - aber gewisse Grenzen sollten vor allem bei einem TV-Format, das am Hauptabend, also zu einer jugendfreien Zeit, gesendet wird, dann doch gezogen werden. Sonst könnte Heidi Klum die Kandidatinnen für ihre nächste Staffel gleich in Schweden casten. Dort wurde nämlich jüngst publik, dass eine Agentur just vor einer Klinik für Menschen mit Essstörungen neue Models angeworben hat - ein Mädchen, das angesprochen wurde, soll im Rollstuhl gesessen sein, weil es so abgemagert war.