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Bomben-"Witz" empört Teheran

Von Arian Faal

Politik

Larijani trifft Solana nächste Woche. | Teheran/Wien. Nur als "Scherz" wollte der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain die Aufforderung zur Bombardierung des Iran während seiner Wahlkampf-Tour verstanden wissen. Bei einer Veranstaltung am Mittwoch in South Carolina begann er die Melodie des Titels "Barbara Ann" von den Beach Boys zu singen, allerdings mit dem Text "Bomb Iran".


Während das Publikum lachte, sah sich McCain einen Tag später mit internationaler Kritik konfrontiert. "Bitte, ich habe nur mit einigen meiner alten Veteranen-Freunde gesprochen. Entspannt Euch und lebt Euer Leben", versuchte er am Donnerstag in Las Vegas zu beschwichtigen. Auf die Frage, ob sein Witz nicht unsensibel gewesen sei, erklärte er: "Unsensibel gegenüber wem? Den Iranern?"

Letztere ließen mit einer Reaktion nicht lange auf sich warten: "Das zeugt von einer mangelnden politischen Qualifikation, die ich lieber nicht kommentieren möchte", meinte ein iranischer Diplomat, der anonym bleiben möchte, gegenüber der "Wiener Zeitung".

Indes haben der iranische Atomchefunterhändler Ali Larijani und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana bei einem Telefonat am Donnerstagabend einen neuerlichen Anlauf der Atomgespräche für Mittwoch, den 25. April, vereinbart. Larijani stellte allerdings klar, dass diese Gespräche nur dann erfolgreich sein könnten, wenn der Westen seinem Land das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie zubillige und keine Vorbedingungen stelle.