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Bonus, wenn die Hypo 2013 eine Milliarde Euro wert ist

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Vorstandsverträge erhitzen die Gemüter. | Kritik aus SPÖ an Aufsichtsratschef Johannes Ditz. | Wien. Kaum etwas ist in Zeiten wie diesen heikler zu beantworten als die Frage, wie viel ein Manager einer staatseigenen Bank verdienen darf. Dementsprechend erhitzen auch die Vorstandsverträge der neuen Hypo-Führung unter dem Neo-Chef Gottwald Kranebitter die Gemüter. | Porträt Franz Pinkl


Kranebitter hat am Donnerstag im ORF-Radio erklärt, eine Gage von 650.000 Euro pro Jahr zu erhalten. Falls der Bund seine bei der Hypo eingesetzten Staatshilfen von 1,6 Milliarden Euro wieder zurückerhält, könnte ein Bonus "im Bereich der Verdoppelung des Jahresbezugs" dazukommen.

Aus Regierungskreisen verlautete zur "Wiener Zeitung", dass der gesamte vierköpfige Vorstand sechs Millionen Euro zusätzlich bekommt, wenn die Hypo nach drei Jahren zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro wert ist. In der SPÖ heißt es dazu, dass dies für eine notverstaatlichte Bank immer noch "sehr üppig" sei.

Pinkl weiter geprüft

Besonders ärgert die Kanzlerpartei jedoch die Millionen-Abfindung für Kurzzeit-Vorstandschef Franz Pinkl. Hier wird hinter vorgehaltener Hand auch Kritik an Hypo-Aufsichtsratschef, Ex-ÖVP-Wirtschaftsminister Johannes Ditz laut. In der entscheidenden Sitzung am Mittwochabend haben nämlich die beiden SPÖ-Vertreter im Aufsichtsrat gegen die Abfindung gestimmt, die beiden von der ÖVP entsandten Aufsichtsräte dafür. In solchen Fällen kann der Vorsitzende seiner eigenen Stimme mehr Gewicht verleihen, um einen Entschluss herbeizuführen - was Ditz auch getan hat. Dies wäre nicht notwendig gewesen, kritisiert man nun in der SPÖ.

Allerdings erspart sich die Hypo nun einen jahrelangen Rechtsstreit: Pinkl kann sich auf einen gültigen Vertrag berufen, der noch unter den Hypo-Alteigentümern BayernLB, Grazer Wechselseitige und Land Kärnten geschlossen worden ist. Die SPÖ will nun jene sechs Monate, in denen Pinkl noch in der Bank ist, nutzen, um allfällige Verfehlungen seinerseits aufzudecken - die einzige Chance auf eine billige Abberufung.