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Bootstaxi hofft auf Holding

Von Christian Rösner

Politik

Pendlerschiff zwischen Strandbars nur, wenn Lokalbetreiber unterstützt werden.


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Wien. Angekündigt war es "bis spätestens Juni 2010" - das Wiener Wassertaxi. Laut dem Masterplan Donaukanal sollten die Boote also bereits seit zwei Jahren mit einer Kapazität von bis zu acht Personen zwischen Nußdorf und Kunsthaus mit drei Anlegestationen pendeln. Geschehen ist diesbezüglich kaum etwas.

Erst in einem Interview mit der "Wiener Zeitung" hat Wien Holding-Chef Peter Hanke das Thema wieder aufgegriffen und erklärt, dass derzeit die Möglichkeiten für Wassertaxis ausgelotet werden würden - sogar eine Bootsverbindung zum Flughafen sei im Gespräch, hieß es.

Für Finanzstadträtin Renate Brauner eine durchaus charmante Idee - solange die Stadt dafür keine Zuschüsse leisten müsse (siehe Interview links, Anm.). Auch Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner kann der Idee etwas abgewinnen. "Jede Belebung des Donaukanals ist eine Bereicherung. Die Frage ist nur, wie man so ein Unternehmen, das ja wetter- und saisonabhängig ist, erfolgreich führen kann. Da habe ich momentan noch meine Zweifel", so Kettner. Eher vorstellbar sei da schon ein Pendlerschiff zwischen den Strandbars im Sommer. "Und um mir einen Mann mit Koffer vorzustellen, der sich in ein Boot setzt, um am Donaukanal zum Flughafen zu schippern - so viel Phantasie habe ich derzeit nicht."

Dabei gibt es bereits ein Bootstaxi - "es macht aber nur ab und zu eine kleine Spazierfahrt", wie "Kapitän" Johann Litschauer der "Wiener Zeitung" erzählt. Zwischen 1. März und 26. Oktober gibt es vormittags Bootsrundfahrten in der Lobau und nachmittags gondelt Litschauer über den Kanal. Geld verdient er damit aber keines. Auf die Frage, warum er dann noch immer fährt, sagt Litschauer: "Weil ich halt ein Schiffsnarr bin."

Laut Donaukanalkoordinator Bernhard Engleder müssten sich endlich die Lokalbetreiber am Kanal einig werden - ihnen sei vor allem die Errichtung von Anlegestellen zu teuer. "Ich glaube, wenn die Wien Holding das unterstützen würde, wird das Bootstaxi wieder greifbar", so Engleder.