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Borg, Joe

Von Martyna Czarnowska

Europaarchiv
Joe Borg
© EU-Pressedienst

Ein Anhörungsprozess soll die Weichen für eine künftige Meerespolitik der Europäischen Union stellen. Kommissar Joe Borg, zuständig für Fischerei und maritime Angelegenheiten, will die Ressourcen wirksam und umweltschonend nutzen.


Etwas vom Meer zu verstehen, wird der Bevölkerung seines Landes seit Jahrhunderten nachgesagt. Joe Borg stammt aus dem kleinsten EU-Staat, von der Mittelmeerinsel Malta. Die wirtschaftliche und zugleich umweltschonende Entwicklung und Sicherung der Fischereipolitik setzt er sich nun als Fischereikommissar zum Ziel.

Die Möglichkeiten einer EU-Meerespolitik sollen ab kommendem Jahr geprüft werden. Als einen Schritt dazu sieht die Kommission ihren gestern bekannt gegebenen Beschluss an, einen Anhörungsprozess zu starten. Das Potenzial der Meere für das Wirtschaftswachstum solle bestmöglich genutzt werden.

Mit einer anderen Forderung konnte sich Borg nicht durchsetzen. Der Wunsch nach drastischer Senkung nationaler Fischfangquoten blieb wegen des Widerstands großer Fischereinationen wie Spanien, Frankreich und Großbritannien im Dezember des Vorjahres unerfüllt. So wurde eine Ausdehnung des Fangverbots für Kabeljau, der vom Aussterben bedroht ist, unmöglich. Stattdessen setzt die Kommission nun auf weitere Einschränkungen bei den Fangzeiten. Umweltschützer nannten die Beschlüsse "reine Augenauswischerei".

Der bald 53-jährige Borg unterrichtete nach seinem Jus-Studium an der Universität von Malta. Von 1992 bis 1995 war er Direktor der maltesischen Zentralbank. Seine politische Karriere begann 1995, als er für die Nationalistische Partei ins Parlament gewählt wurde. Nach dem Sieg seiner Fraktion bei der Wahl 1998 wurde er Außenminister und leitete in dieser Funktion die Aufnahmeverhandlungen mit der EU-Kommission. Joe Borg ist verheiratet und Vater zweier Kinder.