Zum Hauptinhalt springen

Börse Wien bleibt abwartend

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Das Geschehen am Wiener Aktienmarkt war in der letzten Septemberwoche wenig spektakulär und zudem sehr stark von der relativ ruhigen internationalen Entwicklung geprägt. Verschiedene Ereignisse im Inland haben die Investoren dazu veranlasst, die Lage neu zu überdenken.


Die internationalen Börsen bewegten sich innerhalb einer relativ engen Bandbreite seitwärts. Der Druck auf die Technologieaktien hat weitgehend nachgelassen und auch die Lage beim Ölpreis und beim Euro hat sich entspannt. Die Teilnehmer am österreichischen Aktienmarkt warteten auch gespannt auf das Abstimmungsergebnis der Bank Austria-Aktionäre, die mit überwältigender Mehrheit der bayrisch-österreichischen Banken-Ehe zugestimmt haben. Damit ist es nur mehr eine Frage der Zeit, wann die Aktien der beiden Institute gleich bewertet sind. Immerhin ist der Spread in den letzten Tagen schon deutlich kleiner geworden. Die Bank Austria-Aktie notierte nur noch geringfügig unter der HVB-Aktie.

Die Geschäftstätigkeit an der Wiener Börse ist in der Berichtswoche wieder schwächer geworden. Der Grund ist sicherlich auch in den zahlreichen Emissionen zu suchen. Nach dem Sportartikelhersteller Head geht nun der IT-Anbieter ai informatics an die Wiener Börse. Hingegen hat Andritz ihr IPO aufgrund der aktuellen volatilen Situation der internationalen Finanzmärkte verschoben.

Der ATX schloss die letzte Septemberwoche mit 1.161,16 Zählern (plus 0,3%). Der WBI erhöhte sich nur marginal um 0,1% auf 486,21 Punkte. Die Wiener Börse zeigte damit eine etwas bessere Performance als der Dow Jones Euro Stoxx 50, der im Wochenabstand um 0,8% zurückgegangen ist. Die in Wien notierten Wachstums- und Technologiewerte sind gemessen am ViDX um etwas mehr als 2% zurückgegangen, während etwa der Neue Markt in Frankfurt nur geringfügig tiefer war.

Im ATX-Markt konnten sich vor allem CyberTron mit einem Plus von 5,4% positiv in Szene setzen. Demgegenüber bröckelten Libro um 5,7%, AUA um 3,2%, Generali um 2,7% und Brau-Union um 2,5% ab. Einen schlechten Börsenstart verzeichnete der Sportartikelhersteller Head. Die Aktie verlor gegenüber dem Emissionspreis von 11,295 Euro 19,4% und schloss den ersten Börsentag mit 9,10 Euro.

Im B-Markt waren bauMax mit plus 4,4% Gewinner der Woche. Freundlich präsentierten sich auch UNIQA (+3,4%), AHT (+3,3%), Agrana (+3,2%), Rosenbauer (+2,8%) und UIAG (+2,5%). Die in der Vorwoche stark gestiegenen Palfinger und Jenbacher litten unter Gewinnmitnahmen und bröckelten daher um 7,4% bzw. 4,9% ab.

Im sehr volatilen C-Markt zählten vor allem NÖM (+15,4%), Mautner Markhof (+12,9%), Darbo (+8,5%) und Agra Tagger (+8,2%) zu den Gewinnern der Woche. Bei den an den ausländischen Wachstumsmärkten notierten österreichischen Titeln hat sich die Lage weitgehend wieder beruhigt, ausgesuchte Titel konnten sogar kräftig zulegen. Am Neuen Markt in Frankfurt legten vor allem Adcon kräftig zu, wogegen Kretztechnik einen starken Einbruch verzeichnen.

Werner Michael Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".