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Börse Wien: Von besinnlicher Adventstimmung keine Spur

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Wer annahm, dass nach der bisherigen Rally die Wiener Börse nun in eine besinnliche Adventstimmung verfallen würde, der wurde eines Besseren belehrt. Der heimische Aktienmarkt ist vielmehr mit Schwung in den Advent gestartet und verzeichnete in der abgelaufenen Woche sogar mehrmals neue Jahreshöchststände. Erstmals in diesem Jahr übersprang der ATX die Marke von 1.500 Punkten, was er auch bis Wochenschluss halten konnte.


In der Spitze war der ATX sogar bei 1.518,06 Zählern gelegen. Die Stimmung an der Wiener Börse ist unverändert gut und das Interesse der Investoren ist sogar im Steigen begriffen, was auch an den Umsatzvolumina abzulesen ist. Nachdem die durchschnittlichen Handelsvolumina pro Tag vier Jahre in ununterbrochener Reihenfolge gesunken waren, ist heuer ein Plus von über 50% zu verzeichnen. In der Berichtswoche waren die täglich gehandelten Volumina mit rund 106 Mill. Euro sogar mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt des Jahres 2002. Positive Faktoren für den österreichischen Aktienmarkt sind dank steigender Unternehmensgewinne die nach wie vor günstige Bewertung der Aktien, die Osteuropa- und Chinaphantasie vieler Unternehmen sowie die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge.

Auch das, trotz hohem Euro/Dollar-Wechselkurs, positive internationale Börsenumfeld bot dem Wiener Markt eine Stütze. Der Wiener Leitindex ATX konnte im Wochenabstand um 1,37% zulegen und schloss mit 1.511,04 Zählern. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt verbesserte sich um 1,49% auf 611,65 Punkte.

Die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte stiegen sogar um 4,09% auf 837,13 Zähler. Verantwortlich dafür waren vor allem BETandWIN.com und Palfinger.

Im prime market zogen in der ersten Dezemberwoche gleich vier Aktien um mehr als 10% an. BETandWIN.com (+13,2%) kletterten auf ein neues Jahreshoch und haben ihren Kurs seit Ende 2002 nunmehr schon fast verfünffacht.

Einen guten Lauf hat auch JoWooD, die in der vergangenen Woche um 13% gestiegen ist und bereits auf ein Jahresplus von über 150% kommt.

Auf neue Jahreshöchstwerte stiegen RHI (+13,1%) und Generali (+10,9). Beim Versicherer meinen Händler, dass dies angesichts der guten Performance der Finanztitel BA-CA und Erste Bank ein Nachziehen sei.

Den vier Top-Performern der Woche folgten - mit einem gewissen Abstand - Eybl (+6,8%), EVN (+6,6%), Mayr-Melnhof (+4,9%), BA-CA

(+4,6%) und Palfinger (+4,1%). EVN scheint auch davon profitiert zu haben, dass der Streubesitzfaktor im ATX von 0,25 auf 0,50 angehoben wird, wodurch die Aktie höher gewichtet sein wird. Höhere Streubesitzfaktoren erhalten ab 22. Dezember auch Böhler-Uddeholm und voestalpine.

Das von der BA-CA angestrengte Verfahren, dass die Erste Bank die Eigenmittel ihres Haftungsverbundes nicht konsolidieren dürfe, war für den Aktienmarkt kein Thema.

Schwächer notierten in der vergangenen Woche vor allem Head (-5,4%), Wolford (-3,3%), Constantia-Verpackungen (-3,2%), Böhler-Uddeholm

(- 3,2%) und Erste Bank (- 3,1%).

Bei den im standard market continuous gehandelten Werten zogen vor allem Deutsche Bank (+10,6%) stärker an. Den etwas freundlicheren Lenzing

(+1,1%) standen die schwachen Porr Stämme (-3,8%) gegenüber.

Von den im standard market auction gelisteten Aktien stiegen vor allem Inku (+13,6%), Feratel (+11,5%) und Rath (+10,1%). Hingegen schwächten sich Miba um 19,1% und Hirsch Servo um 11,8% ab.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"