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Bösendorfer hat Ziel für Absatz 2007 klar verfehlt

Von Karl Leban

Wirtschaft

Zellinger noch bis Ende Februar Chef. | Yamaha schickt dann einen Japaner. | Wien. Mitte nächster Woche zieht Bösendorfer die japanische Flagge auf. Denn da übernimmt Yamaha offiziell sämtliche Firmenanteile des noblen Klavierbauers - aus den Händen der Bawag, die im Gegenzug rund 15 Mio. Euro kassiert. Der kurz vor Weihnachten besiegelte Verkauf der Wiener Klangperle ist damit abgeschlossen.


Wen der japanische Konzern-Riese Yamaha als Geschäftsführer von Bösendorfer einsetzt, ist bereits geregelt. Wie erwartet wird ein Mann aus den eigenen Reihen an die Spitze des 1828 gegründeten Unternehmens geholt - ein Japaner, dessen Name vorerst noch geheim gehalten wird. Von ihm ist nur bekannt, dass er für Yamaha bisher als Top-Manager in London tätig war.

Alfred Zellinger - ihn hat die Bawag bei Bösendorfer im April 2006 in den Chefsessel gesetzt - räumt seinen Posten erst Ende Februar. Es sei der Wunsch Yamahas gewesen, eine geordnete Übergabe an den neuen japanischen Geschäftsführer zu garantieren, sagte Zellinger am Dienstag zur "Wiener Zeitung". Dass es Yamaha mit dem Managementwechsel offenbar nicht besonders eilig hat, werten Brancheninsider als "reine Höflichkeit der Japaner gegenüber der Bawag".

Rückschlag im Verkauf

Geschäftlich lief es für Bösendorfer im vergangenen Jahr enttäuschend. Nach einem 10-prozentigen Absatzplus 2006 fiel der Verkauf 2007 wieder zurück - von 321 auf 314 Flügel. Der Umsatz, 2006 bei 14,4 Mio. Euro, schrumpfte um 2,8 Prozent. Das erklärte Ziel, 380 Flügel zu verkaufen und damit zumindest in die Nähe des Breakeven zu kommen, wurde weit verfehlt.

Laut Zellinger hat vor allem der US-Markt - wegen der Folgen der Hypothekenkrise - unerwartet einen Strich durch die Rechnung gemacht. Somit dürfte sich der Verlust im Vorjahr in ähnlichen Dimensionen bewegen wie 2006 (fast 2 Mio. Euro).

Der neue Eigentümer Yamaha will den Vertrieb bei Bösendorfer künftig kräftig ankurbeln. Fernziel sind bis zu 500 verkaufte Flügel pro Jahr. In spätestens drei Jahren soll die bereits seit längerem defizitäre Firma wieder Gewinne schreiben.