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Bösendorfer-Verkauf wird nicht neu ausgeschrieben

Von Karl Leban

Wirtschaft

Partnersuche wird rasch angegangen. | Verkauf soll noch heuer fixiert werden. | Wien. Vermutlich schon im Mai fällt der Startschuss für den Verkauf von Bösendorfer. Wer bei der traditionsreichen Klavier-Manufaktur in Zukunft Regie führt, sollte noch in diesem Jahr feststehen. "Der Verkauf kann sich durchaus heuer ausgehen", sagt Bösendorfer-Chef Alfred Zellinger.


Sobald der US-Fonds Cerberus als neuer Eigentümer in der Bawag Einzug gehalten hat (spätestens im Mai), wird die Reise für das zum Bawag-Imperium gehörende Klavierhaus konkret festgelegt. Laut Zellinger werden die Amerikaner die Käufersuche jedenfalls zügig angehen.

"Eine Neuausschreibung wird es nicht geben." Dazu erklärt der Bösendorfer-Geschäftsführer, dass man das bereits im Vorjahr eingeleitete Verkaufsverfahren dort fortsetzen werde, wo es wegen des Bawag-Verkaufs gestoppt werden musste. Ende Juni 2006 lagen der Bawag 18 unverbindliche Angebote auf dem Tisch. Auf diese Offerte soll bei der Wiederaufnahme des Verkaufsprozesses zurückgegriffen werden. Nachdem es für Bösendorfer geschäftlich wieder aufwärts geht (die "Wiener Zeitung" berichtete am 9. Februar), könnte der bisherige Interessentenkreis nun größer werden. Grundsätzlich, so Zellinger, werde es möglich sein, dass neue Interessenten auch noch auf den Zug aufspringen können.

Den Deal abwickeln wird die Mergers & Akquisitions-Abteilung der Bawag.

Einer der neuesten Pläne von Cerberus zielt darauf ab, einerseits die Mehrheit an einen Strategen aus der Klavier-Branche zu verkaufen und die Bawag bei Bösendorfer substanziell vorerst drin zu lassen und andererseits auch noch Investoren aus Österreich in das Boot zu holen. Zum Hintergrund: Cerberus sieht in Bösendorfer - 1828 gegründet - geradezu eine "kulturelle Ikone Österreichs, die es zu bewahren gilt". Geht Bösendorfer ans Ausland, gibt es ein starkes österreichisches Gegengewicht.