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Bösendorfer wird nach 35 Jahren wieder österreichisch

Von Rosa Eder

Wirtschaft

"Farewell, Bösendorfer!" Im Namen des US-Konzerns Kimball nahm CEO Doug Habig gestern nach 35 Jahren offiziell Abschied vom Wiener Traditionsunternehmen, das - wie berichtet - an die BAWAG/P.S.K.-Gruppe verkauft wurde.


Der Amerikaner freute sich gestern im Rahmen eines Festaktes gemeinsam mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner und Bösendorfer-Generaldirektor Rudolf Arlt über die "österreichische Lösung" für den Klavierbauer. Der US-Gitarrenhersteller Gibson hatte ebenfalls ein Offert gelegt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Im Einvernehmen mit der 230 Mann starken Belegschaft wird bei Bösendorfer im Zeitraum 1. Jänner bis 31. März 2002 kurzgearbeitet. Bald wird aber wieder mit vollen Orderbüchern gerechnet. Bei einer Musikmesse in Los Angeles konnten bereits Aufträge akquiriert werden, die die Produktion von eineinhalb Monaten abdecken. Bösendorfer produzierte zuletzt 500 Flügel pro Jahr. Eine Ausweitung auf 800 ist geplant. Im Geschäftsjahr 2001/2002 (per Ende Mai) wird ein Umsatz von 17 Mill. Euro (234 Mill. Schilling) erwartet (nach 18,17 Mill. Euro). Der Gewinn nach Steuern wird sich von 2,4 Mill. auf 1,09 Mill. Euro halbieren.

Bösendorfer wurde 1828 von Ignaz Bösendorfer gegründet. 1966 erfolgte der Verkauf an Kimball. Auf den Bösendorfer-Flügeln spielten u.a. Künstler wie Arthur Rubinstein, Franz List, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Richard Strauss und Bela Bartok.