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Botschafter der Mehrsprachigkeit geehrt

Von Bernd Vasari

Politik

15 Schüler gewannen beim Redewettbewerb "Sag’s Multi!".


Wien. "Wir müssen Mehrsprachigkeit endlich als Chance begreifen und die sprachliche Vielfalt in Österreich verstärkt fördern", appellieren Georg Kraft-Kinz und Ali Rahimi, Obleute vom Verein Wirtschaft für Integration (VWFI). Die beiden heben vor allem das sprachliche Potenzial der österreichischen Jugend hervor. Das sei viel größer, als der breiten Bevölkerung bewusst sei, betonen die beiden Obmänner. Der vom Verein organisierte mehrsprachige Redewettbewerb "Sag’s Multi" holt dieses Potenzial nun zum vierten Mal vor den Vorhang und unterstützt Jugendliche in ihrer Mehrsprachigkeit.

Insgesamt 406 Schüler aus sieben Bundesländern und 86 Schulen nahmen dieses Mal teil. 45 verschiedene Sprachen sind während der Ausscheidungen zu hören gewesen. Am Dienstagvormittag wurden im Wiener Rathaus die 15 Gewinner des Redewettbewerbs geehrt.

Christian Konrad, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, wendet sich an die Gewinner: "Unsere Wirtschaft kann ohne Zuwanderung nicht funktionieren. Wir brauchen eure Kreativität und eure Fantasie."

Für Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger setzen die Teilnehmer von "Sag’s Multi!" ein starkes Signal für ein weltoffenes, lebendiges und vielfältiges Wien: "Ihr seid die Zukunft. Und eure Zukunft ist unsere Zukunft", sagt sie.

"Nur gemeinsam werden wir wirklich glücklich sein", ist sich Myroslava Mashkarynets (17), eine der Gewinnerin, sicher. Sie setzt auf Mitmenschlichkeit und Freundschaft. Jong Hui Lee (17) erzählt von der Schwierigkeit, zwischen angeborener und werdender Nationalität zu stehen. Es sei nicht leicht, zwischen dem Einfluss der Eltern und der neuen Umgebung einen Mittelweg der Orientierung zu finden. Die 14-jährige Anisa Abraham meint wiederum: "Wir kämpfen mit den Folgen unserer Vergangenheit. Fangen wir an, an morgen zu denken, da wir jetzt schon Lösungen für unsere Zukunft brauchen."

Die 15 ausgezeichneten Schüler hatten Malayalam, Englisch, Farsi, Serbisch, Burgenland-Kroatisch, Ungarisch, Türkisch, Rumänisch, Bosnisch, Jiddisch, Koreanisch, Polnisch, Ukrainisch und Kroatisch als Erstsprache. Gewonnen haben sie Thalia-Gutscheine, einen gemeinsamen Opernbesuch in Wien ("Romeo et Juliette" von Charles Gounod) und eine gemeinsame Reise nach Prag.