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Brauereiverband: "Steuer zu hoch"

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Seit 1. Jänner 2005 beträgt die heimische Biersteuer statt 2,08 Euro 2 Euro je Hektoliter und Grad Stammwürze - nach wie vor zu viel, findet der Verband der Brauereien Österreichs in der Wirtschaftskammer (WKÖ).


"Verständnis für unsere Forderung finde ich überall, Geld nicht", erklärte gestern Johann Sulzberger, Obmann des Verbandes, in der Jahrespressekonferenz. Er fordert, den Steuersatz jenem der Nachbarländer anzugleichen. Für ein zwölfgradiges Bier beträgt die Steuer in Österreich 24 Euro je Hektoliter, in Deutschland 9,44 und in der Tschechischen Republik 9,49 Euro. Im vergangenen Jahr flossen 201,9 Mio. Euro in die heimischen Staatskassen.

Der Bierausstoß - inklusive alkoholfreies Bier und Exporte - betrug im vergangenen Jahr 8,9 Mio. Hektoliter, ein Minus von 2,5% im Vergleich zu 2003. Auf die Bier-Bilanz drückte laut Sulzberger auch die "Billig-Dosenbier-Schwemme" aus Deutschland im ungarischen Markt. Statistische gesehen, haben die Österreicherinnen und Österreicher mit 108,2 Liter Bier pro Kopf und Jahr etwa fünf Krügerl bzw. 2,4 Liter weniger getrunken als im Jahr davor. Den Grund dafür benennt Sulzberger mit dem verregneten "Quasi-Sommer". Der EU-Schnitt liegt bei 76 Liter Bier pro Kopf und Jahr, am meisten trinken laut Statistik die Tschechen mit 161 Liter.

Neben dem Verband der Brauereien zogen gestern auch Österreichs Weinbauern Bilanz. Im vergangenen Jahr wurden mit 2,7 Mio. Hektoliter um 8% mehr geerntet als 2003. Das Wetter beeinträchtigte allerdings die Qualität. Während Tafel- und Landwein um 53% auf 64.000 Tonnen zulegte, stieg die Produktion von Qualitäts- und Prädikatswein nur um 2% auf 2,2 Mio. Hektoliter.