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BRD-Geheimdienst hörte den Jubel der Terroristen ab

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Hamburg/Washington - Laut einem CNN-Bericht haben deutsche Nachrichtendienste unmittelbar nach den Anschlägen von New York und Washington am 11. September ein Telefongespräch abgehört, in dem zwei Anhänger Bin Ladens die tödlichen Attacken bejubelten.


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Einer der Telefonierenden sagte wörtlich: "Wir haben 30 geschickt". Unklar ist, ob er sich damit auf die Zahl der in die Anschläge verwickelten Terroristen bezog. Bisher geht man ja davon aus, dass 19 Hijacker die vier Flugzeuge entführt haben. Es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass weitere Entführungen und Anschläge geplant waren. Das Telefongespräch wurde nicht in Europa geführt, verlautete aus deutschen Quellen, die über nähere Details keine Auskunft gaben.

Bereits am Montag hatte die amerikanische Senderkette NBC darüber berichtet, dass Osama bin Laden unmittelbar vor den Anschlägen seine Stiefmutter Al Kalifa bin Laden in Damaskus angerufen habe, um ihr mitzuteilen, dass er sie nicht treffen könne und dass demnächst "etwas Großes" passieren und sie deshalb in nächster Zeit nichts von ihm hören werde. Die Frau habe das bei einer Befragung durch die saudiarabischen Behörden gesagt, nachdem sie am Tag nach den Attentaten nach Saudiarabien zurückgekehrt war.

Von offiziellen amerikanischen Stellen, die mit Informationen sehr zurückhaltend sind, wurde dieses Gespräch jedoch nicht bestätigt.