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Breitband ja, aber nur mit Glasfaser

Von Eva Stanzl

Wirtschaft

Wien.Die Internet-Strategie der Bundesregierung soll bis Oktober konkret werden. Das erklärte Rudolf Fischer, Vizechef der Telekom Austria, am Donnerstag. Bis dahin wollen die zuständigen Arbeitsgruppen Vorschläge machen, wie das Ziel, 70 Prozent der Haushalte mit Breitband-Internet-Anschlüssen zu versorgen, zu erreichen sei (derzeit: 50 Prozent).


Die höchste Geschwindigkeit bei der Übertragung großer Datenmengen ermöglichen derzeit Glasfasernetze via Lichtwellen. Derzeit ist diese Infrastruktur aber nur in den Städten ausgebaut - Haushalte in ländlichen Regionen sind nach wie vor mit langsameren Kupferleitungen an das Internet angeschlossen.

Um ihr Ziel zu erreichen, bräuchten die Verantwortlichen deshalb eine Menge Geld: Das Verlegen neuer Anschlüsse zu jedem Kunden ist kostspielig und ein Investitionsprogramm nach wie vor ausständig.

"Bisher wurde vordergründig in den Ausbau von mobilem Breitband investiert, zu Lasten der Festnetz-Infrastruktur", sagte Fischer zur "Wiener Zeitung". Er plädiert erneut für die Auslagerung von Beamten der Telekom Austria, die durch die neue Technologie überflüssig würden, in eine Arbeitsagentur der Staatsholding ÖIAG. Fischer: "Wir haben unkündbare Mitarbeiter, müssen aber wettbewerbsfähig bleiben. Wenn wir rationalisieren, dann werden Mitarbeiter abgebaut."

Konkurrent Tele2 plädiert hingegen für eine Kooperation der öffentlichen Hand mit privaten Firmen beim Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur: "Eine solche Investition rentiert sich, wie der Straßenbau, nur langfristig. Für Investoren kann das interessant sein", sagt Sprecher Jörg Wollmann: "Dann könnten die 2500 Telekom-Beamten in einer solchen Gesellschaft beschäftigt werden."