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Brisante Hauptversammlung bei Beteiligungsfirma Buy-Out AG

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Vorstand will Managementvertrag ändern, Aktionäre fordern Sonderprüfung.


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Wien. Bei der Buy-Out AG, der größten bankenunabhängigen Beteiligungsgesellschaft Österreichs, geht es heute ans Eingemachte.

Der Fonds, der seinen Hälfteanteil an der börsenotierten Austria Email um kolportierte 19 Millionen Euro an die Treibacher Industrieholding verkaufen will, hat am Donnerstagnachmittag eine brisante Hauptversammlung zu bestehen.

Wie berichtet, haben unzufriedene Aktionäre, die von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer vertreten werden, angekündigt, eine aktienrechtliche Sonderprüfung aufgrund von starken Zweifeln am Managementvertrag zu beantragen.

Um eine solche Überprüfung bei Gericht durchzusetzen zu können, müssen zumindest zehn Prozent der Teilhaber zustimmen. Dem Vernehmen nach sollen der Kanzlei Böhmdorfer mittlerweile entsprechende Zusagen von Aktionären vorliegen, um diese Hürde zu nehmen.

In Sachen Sonderprüfung weist die Anwaltskanzlei auch noch auf die Paragrafen 125 und 130 Aktiengesetz hin. Im Mittelpunkt stehen etwaige Stimmrechtsausschlüsse. Das heißt: Von der Abstimmung über die Sonderprüfung könnten bestimmte Aktionäre, die im Aufsichtsrat vertreten sind, ausgeschlossen werden, "wenn die Prüfung sich auf Vorgänge erstrecken soll, die mit der Entlastung eines Mitglieds des Vorstands oder des Aufsichtsrats oder der Einleitung eines Rechtsstreits zwischen der Gesellschaft und einem Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats zusammenhängen".

So sitzen wesentliche Aktionäre wie die Oberbank, Erhard Schaschl (ES Privatstiftung), Manfred Bene (Bene Privatstiftung), Michael Kaufmann (Frapag Beteiligungs AG), Franz Rauch (Rätikon Privatstiftung) und die Familie Eva und Christoph Dichand (Bertha Privatstiftung) auch im Aufsichtsrat.

Die Pläne des Vorstands

Indes hat Buy-Out-Vorstand und Anwalt Stefan Prochaska den Aktionären am Montag empfohlen, für seine Pläne "im Sinne einer optimalen und kostenschonenden Vorgangsweise" zu stimmen.

So soll der Managementvertrag nicht gekündigt werden und künftig mit drei Millionen Euro pro Jahr pauschaliert werden, davon soll eine Million Euro erfolgsabhängig gezahlt werden. Sollten alle drei Beteiligungen (Austria Email, Chemson, Duktus) nicht spätestens bis Juli 2013 verkauft werden können, werde der Managementvertrag einseitig aufgekündigt.

Zugleich sollen laut Prochaska auch die wechselseitigen Forderungen der Buy-Out-AG und der BOCE-Managementgesellschaft bereinigt werden.