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Briten verschludern wieder Daten

Von WZ Online

Europaarchiv

Einerseits wollen britische Politiker die totale Überwachung der elektronischen Kommunikation einführen, andererseits ist man in Großbritannien anscheinend unfähig, auf Daten aufzupassen. Nun sind die Angaben zu Hundertausenden Soldaten und Rentnern verschwunden.


Eine Festplatte mit Daten von etwa 100.000 Armeeangehörigen und vermutlich rund 600.000 Armee-Bewerbern ist ebenso verschwunden wie ein Laptop mit Daten von 100.000 Rentnern. Der Laptop mit Namen, Sozialversicherungsnummern und Details über Einkünfte wurde dem Mitarbeiter einer Steuerberatungsfirma gestohlen. Die tragbare Festplatte mit den Armee-Daten verschwand unter unbekannten Umständen aus einem Büro des IT-Dienstleister EDS, der Daten des Verteidigungsministeriums verwaltet.

Unklar ist, ob die Festplatte gestohlen wurde. Nach Angaben von EDS gibt es dafür keine Hinweise, alle Sicherheitsbestimmungen seien eingehalten worden. Auf der Festplatte sind vermutlich 1,5 Millionen Daten gespeichert, berichtete die britische BBC. Außer den Namen der Armeeangehörigen enthalte sie Adressen, Passnummern, Geburts- und Führerscheindaten. In einigen Fällen sollen auch Telefonnummern und Bankverbindungen darunter sein. Nach Medienberichten waren die Informationen auf dem Datenträger nicht verschlüsselt.

Dagegen sei der Laptop mit den Daten der Rentner, der bereits vergangenen Monat gestohlen wurde, mit Passwörtern und einer Verschlüsselung ausgestattet, teilte die Steuerberatungsfirma mit. Zudem seien keine Adressen oder Konto-Details gespeichert gewesen

Die konservative Opposition sprach von einem Skandal. Tory-Verteidigungsexperte Liam Fox kritisierte mit Blick auf den Verlust der Armeeinformationen einen "schlampigen" Umgang der Regierung mit Daten. Er forderte Strafen für die Verantwortlichen. Die Liberaldemokraten verlangten eine eingehende Untersuchung.

Erst im September waren aus dem Hochsicherheitsbereich des Luftwaffenstützpunkts Innsworth im südwestenglischen Gloucestershire drei Computerfestplatten mit den persönlichen Daten tausender aktiver und ehemaliger Angehöriger der Royal Air Force (RAF) gestohlen worden. Im vergangenen Juli gestand das Ministerium ein, dass in den vergangenen vier Jahren insgesamt 658 Laptop-Computer und 26 tragbare Memory-Sticks mit sensiblen Personaldaten entweder gestohlen wurden oder verloren gingen.

Zuvor hatte das Justizministerium einräumen müssen, dass bereits im Sommer vergangenen Jahres eine Festplatte mit Daten von rund 5000 Gefängnisbeamten und Verwaltungsangestellten der Justizbehörden verloren gegangen war. Im August sorgte der Verlust von Daten von allen Häftlingen in England und Wales für Aufregung. Im Oktober vergangenen Jahres verschwanden CDs mit den persönlichen Angaben von 25 Millionen Kindergeldempfängern.