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Briten wollen Land zurückgeben

Von Martyna Czarnowska

Europaarchiv

London bietet Rückzug aus Basen auf Zypern an. | Nikosia. Wenn neue Soldaten kommen, steigt der Umsatz. Dann besorgt Lokalbesitzerin Maria auch wieder Fassbier. Die kleine Bar in Nikosia, im Süden der geteilten Hauptstadt Zyperns, profitiert von den britischen Truppen, die noch immer in ihre ehemalige Kolonie geschickt werden. Weiterhin unterhält Großbritannien nämlich zwei Militärbasen auf der Mittelmeerinsel. Sie machen rund drei Prozent der Landesfläche aus.


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Nun hat London das Angebot gemacht, die Hälfte dieses Gebietes an Zypern zurückzugeben - sollte es eine Lösung für den Konflikt zwischen griechischen und türkischen Zyprioten geben. Um eine Einigung wird aber seit mehr als 30 Jahren gerungen.

Verhalten fielen daher die Reaktionen auf das Offert aus. Wenn Großbritannien der Insel einen Gefallen tun wolle, dann solle es doch die Türkei zu Eingeständnissen drängen, meinte der griechisch-zypriotische Außenminister Markos Kyprianou laut der Nachrichtenagentur CNA.

Seit 35 Jahren ist Zypern geteilt; seitdem türkische Truppen in den Norden einmarschiert sind. Die Türkei ist auch das einzige Land, das die Türkische Republik Zypern anerkennt - und gleichzeitig den Süden boykottiert.

Will sie aber eine Bedingung für eine zügige Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen mit der EU erfüllen, muss sie ihre Häfen und Flughäfen für griechisch-zypriotische Schiffe und Flugzeuge öffnen. Ankara hat jedoch schon mehrmals klargemacht, dass zuerst die Isolation Nordzyperns beendet werden müsse.

Wenig Bewegung hat es bisher auch in den Gesprächen zwischen den Volksgruppenführern auf der Insel selbst gegeben. Die Verhandlungen laufen seit mehr als einem Jahr.