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Brüner ist Chef der Betrugsbekämpfer

Von WZ-Korrespondent Wolfgang Tucek

Europaarchiv

Olaf-Direktor nach mühsamem Tauziehen bestätigt. | Brüner zuvor nicht Wunschkandidat. | Brüssel. Nach mehr als einem Jahr mühsamen Tauziehens ist der Deutsche Franz-Hermann Brüner gestern, Dienstag, für weitere fünf Jahre als Generaldirektor der einflussreichen EU-Antikorruptionsbehörde Olaf bestätigt worden. Das galt keineswegs als ausgemacht, da nach umfangreichen Hearings sowohl die Mitgliedsstaaten als auch der Haushaltskontrollausschuss des EU-Parlaments den 60-jährigen nur an dritter beziehungsweise zweiter Stelle gereiht hatten. Die EU-Länder hatten den französischen UNO-Buchprüfer Alain Gillette und den ehemaligen schwedischen Interpol-Chef Björn Eriksson vor Brüner auf der Liste. Auch bei den Abgeordneten führte der Schwede.


In den Verhandlungen zwischen Verwaltungskommissar Siim Kallas und Vertretern der EU-Staaten sowie des Parlaments habe sich jedoch Brüner als bester Kandidat erwiesen, erklärte eine Kommissionssprecherin. Kallas wird den Deutschen kommenden Dienstag offiziell vorschlagen. Und das ist höchste Zeit. Brüner hat die Behörde bereits seit 28. Februar 2005 nur noch interimistisch geführt. Die Kommission begründete die lange Dauer des Auswahlverfahrens mit "sehr weitläufigen Konsultationen". 180 Kandidaten hätten sich für den mit 13.000 Euro netto pro Monat dotierten Posten beworben.

Veruntreute Förderung

Brüner bleibt Chef von 380 ehemaligen Staatsanwälten, Richtern, Kriminalbeamten, Zollermittlern, Finanzbeamten und Buchprüfern, die Korruption innerhalb der EU-Institutionen und Schmuggel bekämpfen sowie die korrekte Verwendung von EU-Geldern überwachen. Olaf kostet 45 Millionen Euro im Jahr. 2004 konnten 198 Millionen an veruntreuten Förderungen sichergestellt werden.