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Bücher für den Gabentisch

Von Reinhold Aumaier

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Es gibt Romane, die verschlingt man bloß. Ihr einziger Zweck besteht darin, Lesefutter zu sein. Dann gibt es die eher schlanken. Sie sind täuschend leicht zu lesen, haben knapp 200 Seiten, und nach zwei Abenden hat man sie intus. Doch man ist nicht vollgestopft, hat sie trotz der flinken Aufnahme genossen und noch länger an ihnen zu kauen - die geistigen und seelischen Mineral- und Ballaststoffe haben es bewirkt. Das Personal: eine Frau, zwei Männer und Gott. Die Autorin: A. L. Kennedy. Der Romantitel: "Gleißendes Glück". Die äußerst begabte und schon gepriesene Schottin ist jung und lebt.

Ernst Jandl ist tot . . . und lebt weiter in seinem kantigen Werk. Eine Dokumentation über sein familiäres und sein Künstlerleben wie sie schöner nicht sein kann, ist die Foto-Biografie "a komma punkt ernst jandl". Man kriegt berührend vor Augen geführt, wie ein junger Mensch zwischen den Kriegen aus der Lederhose heraus und ins Lehrer- und Dichterleben hineinwächst. Dazwischen der Krieg, der stetig wachsende Erfolg und abschließend die Popularität. Ein bewegender Nachruf auf den großen Lyriker in Wort und Bild. Apropos Dichtkunst: "Wie viele Dichter wiegen nicht die Zeit mit purem Gold auf: Meine Fantasie bot mancher stete Kost - ich weiß durch sie mich irdisch, überirdisch eingeweiht." So die erste Strophe eines Gedichtes von John Keats, dem großen

englischen Romantiker, der mit nur 26 Jahren 1821 starb. "Auf eine griechische Urne" heißt das Insel Taschenbuch mit kostbaren Versen in Englisch und Deutsch. "Gibt es ein anderes Leben?", fragte Keats in seinem letzten Brief. Mehr und Genaueres dazu in einem Buch, das seit mehr als 20 Jahren ein Bestseller ist. Thorwald Dethlefsen: "Schicksal als Chance."