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Bücher im TV und Radio

Von Stefanie Holzer

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In der Reihe "Vom Leben der Natur" (Österreich 1, 8.55 Uhr) sprach die ganze letzte Woche der Autor Michael Machatschek hochinteressant über Pflanzen in der Natur, die früher gegessen wurden, die

heute aber niemand mehr als essbar kennt. Sein Buch "Nahrhafte Landschaft" musste ich mir, trotz eines vorweihnachtlichen Sparappells an mich selbst, gleich bestellen.

Im ORF-Fernsehen gibt es eine Büchersendung, die in unregelmäßigen Abständen am Sonntagvormittag ausgestrahlt wird, während sie auf dem koproduzierenden deutschen Kanal am Freitagabend davor

ausgestrahlt wird. Irgendwo, in der "ZiB 2" oder bei "Treffpunkt Kultur", weist immer wieder irgendjemand auf irgendein Buch hin. Das ist jedoch keine Kommunikation, die eine Bewegung im Geistesleben

hervorruft, vielmehr bloßes Marketing. Österreich 1 hat gute Büchersendungen, wie zum Beispiel die Sachbuchsendung "Kontext" am Freitagvormittag; das Landesstudio Tirol plant für Österreich 2 eine

lose Folge von Büchergesprächen, in der ein echter Schriftsteller mit einem Bücher lesenden Redakteur über Bücher spricht. Das ORF-Fernsehen macht dagegen ein Tschin-Bum-Programm, das geradezu

bestreitet, dass es im Land überhaupt ein Geistesleben gibt. "Singende Moonboots" (Guido Tartarotti) verstopfen die Hauptabendsendezeit. Über dieses nahezu außerirdisch anmutende Phänomen muss bald

einmal jemand ein kluges Buch schreiben.