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Bücherstapeln mit Barack Obama

Von Christina Böck

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Es ist doch beruhigend, wenn man sieht: Dem Obama geht’s auch nicht anders. Vor zwei Jahren hat er schon das Buch "The Lowland" von Jhumpa Lahiri gekauft. Es tauchte damals in einer "New York Times"-Geschichte über die Lesegewohnheiten des US-Präsidenten auf. Nun findet sich der Roman über zwei indische Brüder - der eine versucht sein Glück in den USA, der andere geht in seiner Heimat in die Politik -, wieder auf Obamas Urlaubs-Leseliste, die kürzlich veröffentlicht wurde. Auch James Salters Kriegsveteran-Roman "Alles, was ist" ist schon vor zwei Jahren erschienen und erst jetzt auf der präsidialen Leseliste gelandet.

Barack Obama ist also auch ein Opfer des Tsundoku. Das ist ein japanisches Slangwort für etwas, das man in etwa "Extrem-Bücherstapeling" bezeichnen könnte. Also das Ablegen von Büchern, die man zwar gekauft, aber nie gelesen hat. Da ist jetzt wiederum Obama mit seinem Zwei-Jahres-Verzug noch ziemlich gut in der Zeit. Manchen blicken am Fuß des Berges vorwurfsvoll jahrzehntealte Buchrücken an. Im Zellophan!

Der US-Präsident liest aber nicht nur im Urlaub (nicht sehr viel offenbar, aber immerhin), er hört auch Musik. Und was er da so hört, hat er auch publik gemacht. Kein Wunder, dass der Mann nicht zum Lesen kommt: Auf dem Streamingdienst kann man sich Tages- und Abend-Soundtrack von Martha’s Vineyard herunterladen. Der zeugt nicht nur von gutem Geschmack (Erykah Badu!), sondern auch von Selbstironie. Immerhin findet sich der Titel "Superpower" von Beyoncé auf der Liste.