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Bulgarien gibt bei Privatisierung Gas

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Als "erfolgreichste Privatisierung in Bulgarien" bezeichnete unlängst der Finanzminister des osteuropäischen Landes, | Milen Veltchev, den Kauf der Biochim Bank durch die Bank Austria Creditanstalt-Gruppe. Als nächstes steht der Tabak- und Zigarettenhersteller Bulgartabak auf der Liste.


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Veltchev drückte vor österreichischen Journalisten die Hoffnung aus, dass diese Privatisierung problemloser verlaufen werde als jene der Biochim, die erst im zweiten Anlauf verkauft werden konnte. Faule Kredite belasteten die viertgrößte Bank Bulgariens, und es wäre nur ein sehr niedriger Preis zu erzielen gewesen, sagte Veltchev.

Erst nachdem das Kreditportfolio gesäubert worden war, stieg auch der Wert der Bank. Wie berichtet zahlt die Bank Austria 82,6 Mill. Euro für die Biochim. Der ursprüngliche Preis wäre nur ein Bruchteil davon gewesen.

Bulgartabak gehört neben der Telekommunikationsgesellschaft BTK und der Biochim zu den größten staatlichen Unternehmen in Bulgarien, die dieses Jahr privatisiert werden. Die Frist zum Einreichen von Kaufangeboten ist abgelaufen, dem Vernehmen nach liegen die höchsten Gebote bei rund 110 Mill. Dollar. In der Privatisierungs-Pipeline ist auch die drittgrößte Bank Bulgariens, die DSK.

Bulgarien erzielte im vergangenen Jahr ein Budgetdefizit von minus 0,9% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dieses wuchs real um 4% (nach plus 5,8% im Jahr davor). Das größte Problem der Regierung ist nach wie vor die hohe Arbeitslosenrate, die nach offiziellen Statistiken bei rund 17% liegt. Inoffiziell ist die Zahl jedoch viel höher. Finanzminister Veltchev hofft auf rege Investitionen aus dem Ausland, insbesondere setzt er auf österreichische und deutsche Unternehmen.

Die Wirtschaftsentwicklung wurde im Vorjahr durch den negativen Außenbeitrag des Landes gebremst: Hohen Importsteigerungsraten standen schwach wachsende Exporte gegenüber.

Ein wichtiges Exportgut ist Rosenöl. Abnehmer sind die führenden Parfumhersteller der Welt. Aber auch so mancher Tourist nimmt gerne ein kleines Fläschchen der honiggelben Flüssigkeit mit heim.