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Bund geht gegen TikTok vor - zu spät

Von Bernhard Baumgartner

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Besser spät als gar nicht? Jetzt wird jedenfalls die Nutzung von TikTok auf Diensthandys im Bereich des Bundesdienstes der Republik Österreich untersagt. Das erklärte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Der Grund dafür sind Sicherheitsbedenken. Österreich folgt hier dem Beispiel mehrerer Staaten von den USA bis Frankreich, zudem hat auch bereits die EU-Kommission in den vergangenen Wochen einen entsprechenden Schritt gesetzt.

Das ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. TikTok steht im staatlichen chinesischen Besitz, und es gibt den Verdacht, dass die App mehr Funktionen hat, als die Nutzer offiziell wissen. Allerdings ist TikTok beileibe nicht die einzige App, die einen gewissen Mittelungsbedarf entwickelt. Was ist mit den anderen? Zudem darf man fragen, wo denn die Handys hergestellt werden, auf denen sich die Daten befinden, und wo heikle Kommunikation stattfindet. Woher kommen die Router in den Netzen, die überall herumstehen? Wo werden die Server gebaut? Wo die Chips? Kennen wir alle Bauteile und wissen wir, dass sie kein Einfallstor für Geheimdienste aller Arten bieten?

Die ehrliche Antwort ist: Wohl nicht. Denn die Kuh ist, wie man so schön sagt, längst aus dem Stall. Darum hätte man sich vor 25 Jahren kümmern müssen. Sich jetzt gezielt eine App rauszusuchen, ist ein Symbol, mehr nicht. In Wahrheit müsste man bei heikler Kommunikation von der Netzarchitektur bis zu den Endgeräten volle Kontrolle über den Prozess haben. Illusorisch!