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Bunter Abend, schwarzes Ende

Von István Orbán

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Der erste Programmpunkt am Dienstagabend war die Abholung meiner 11-jährigen Tochter am Westbahnhof nach vier Tagen Pfadfinderlager. Und das war schon recht bunt - der optische und olfaktorische Zustand meiner Tochter nämlich; ein Vollbad brachte dann alles wieder ins Lot. Solchermaßen zurück in der Zivilisation, gönnten wir uns (jetzt auch in Gesellschaft meines 13-jährigen Sohnes) das "Universum" in ORF 2: "Geniale Maschinen - Die Körper der Tiere". Schöne Bilder, wie so oft, und außerdem recht brauchbar für den Biologie-Unterricht. Danach die Kinder zum "Abend-Service" und ab ins Bett.

Ich blieb bei ORF 2 und "Report". Ein Beitrag berichtete über die Misere um das gerade erst gestartete Gratis-Leihrad-Projekt in Wien: An kaum einem Standplatz ein Drahtesel zu finden, nach nur wenigen Tagen 60 Räder kaputt oder zum Teil stark beschädigt, und der Schwund ist beträchtlich. Ich habe ein Gerücht gehört, demnach eines sogar in Neuseeland gesichtet worden sein soll . . . In der "ZiB 2" dann ein Bericht über die gelungene Züchtung nackter, federnloser Hühner in Israel. Gut für die Tiere im dortigen Klima, hieß es; und praktisch auch, weil das lästige Rupfen vor dem Braten entfällt. Ingrid Thurher meinte, dass demnächst vielleicht die gebratenen Pommes frites gleich mitgezüchtet werden.

Soweit war's bunt. Dann kam es in der ZiB 3 schwarz, sehr schwarz: Der Tod eines 10-jährigen Mädchens in der Steiermark, erste Annahmen sprechen von Selbstmord wegen schulischer Misserfolge. Und ich dachte an meine jetzt schlafende, etwa gleichaltrige Tochter und daran, ob mit unserem Schulsystem wirklich alles in Ordnung ist . . .