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Bürger sollen e-fit gemacht werden

Von Alexandra Grass

Politik

Kurze Wege, schnelle Bearbeitung und zuverlässiger Service sind die wesentlichen Vorteile von e-Government - sowohl für die BürgerInnen als auch für die Wirtschaft und die Verwaltung. Nun ist es an der Zeit, die ÖsterreicherInnen e-fit zu machen, wie das Bildungsministerium in seiner hauseigenen Kampagne betont. Die vieldiskutierte und vor allem von Datenschützern umstrittene Bürgerkarte mit elektronischer Signatur soll die Identifikation und Sicherheit bei Kontakten mit Behörden im Netz ermöglichen.


Die sogenannte e-card, die ab dem Jahr 2005 den Krankenschein ersetzen soll, könnte als Vorreiter für die geplante Bürgerkarte dienen. Über die Rahmenbedingungen für die e-card verhandelt der für die Einführung verantwortliche Hauptverband der Sozialversicherungsträger derzeit mit der Ärztekammer.

Bis Mitte 2003 war mit der Chipkarten-Einführung das US-deutsche Konsortium EDS/ORGA betraut, der Vertrag wurde nach mehreren Verzögerungen aber aufgelöst. Das Projekt wurde nun in vier Teilschritte zerlegt, die einzeln ausgeschrieben werden. Für das Software-System soll der Zuschlag im Dezember erfolgen. Das Kartensystem wird Anfang November ausgeschrieben.

Wie allerdings Ignaz Gritschenberger von der Stabsstelle für Informations- und Kommunikationstechnologien im Bundeskanzleramt gestern ausführte, sollte die Bürgerkarte nicht hoheitlich vom Staat verbreitet werden. Denn auf jede Chipkarte lassen sich notwendige Funktionen speichern. So sollen etwa Bankomat-, Sozialversicherungs- und Studentenkarten bald als Bürgerkarten verwendet werden können.

Die BürgerInnen "müssen praktisch jeden Tag einen Nutzen haben", goutiert Albert Felbauer, Geschäftsführer von Siemens Business Services (SBS), gegenüber der "Wiener Zeitung" die Einführung einer Bürgerkarte. Notwendig sei dabei auch eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung. In jedem Fall bedarf eine erweiterte Dokumentation - etwa Krankheitsverläufe - auf der Karte der Zustimmung der BürgerInnen. Die Anliegen sind nicht ganz uneigennützig: SBS will sich nämlich gemeinsam mit der Telekom Austria und IBM um den Auftrag für die e-card bemühen. Felbauer fordert vom Staat auch mehr Information für die BürgerInnen ein.

Weiterbildung und die Einbeziehung der ÖsterreicherInnen steht nun auch im Vordergrund. So hat die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) gestern Initiativen zu e-Government präsentiert. Die Donau-Uni Krems etwa bietet einen Lehrgang an, mit dem Entwickler von Projekten im e-Government ausgebildet werden sollen. Auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft können einen großen Nutzen aus der Wechselwirkung mit der Lehre ziehen, wie Günther Lauer, Leiter des Bereiches Öffentliche Verwaltung bei Unisys Österreich betonte.

Im Bildungsressort sind unter dem Namen eFit einige Initiativen zusammengefasst. Das eLearning-Portal des Ministeriums - http://www.bildung.at - bietet online breitgestreute Bildungsmöglichkeiten an.

E-Government soll vor allem als Serviceleistung verstanden werden. Für die BürgerInnen bedeutet es kürzere Wege- und Wartezeiten, für die Wirtschaft schnelleren Zugriff auf Informationen und für die Verwaltung mehr Servicequalität und Kundenorientierung.