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Bürokratiefreie Versorgung im In- und Ausland

Von Alexandra Grass

Politik

Wenn sich ein deutscher Urlauber in Frankreich ein Bein bricht, so kann er künftig auf Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte behandelt werden. Diese ersetzt den bis dato benötigten Auslandskrankenschein. Während BürgerInnen aus jenen EU-Mitgliedsstaaten, in denen die Karte seit 1. Juni gültig ist, auch in Österreich bürokratiefreie Versorgung gesichert ist, muss die heimische Bevölkerung noch bis 2005 warten. Erst dann soll die nationale E-Card verteilt werden, die künftig auch die EU-Karte beinhalten wird.


In insgesamt 13 von 25 EU-Ländern wurde die Europäische Krankenversicherungskarte bereits mit 1. Juni in Umlauf gebracht. Bis Ende 2005 werden dann alle Mitgliedsstaaten diese in Verwendung haben. Das System bleibt dabei unverändert: Das Land, in dem die Behandlung erfolgte, erhält eine Kostenerstattung vom heimischen Sozialversicherungsträger des Patienten.

Die Karte gilt allerdings nur für akut erforderliche medizinische Versorgung und demnach nicht für Personen, die sich aus bestimmten Gründen für eine Behandlung in einem anderen EU-Land entscheiden.

Heimische E-Card soll EU-tauglich sein

Österreichs neue E-Card soll künftig auch den EU-Standard beinhalten und damit gleichzeitig als EU-weit gültige Chipkarte verwendet werden können, betonte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat am Mittwoch am Rande des EU-Gesundheitsministerrates in Luxemburg auf Anfrage von JournalistInnen. Die von Brüssel eingeräumte Übergangsfrist bis Ende 2005 will Österreich für deren Einführung nützen. Bis dahin sollen alle BürgerInnen mit der E-Card versorgt werden.

Gebühr laut Hauptverband zehn Euro pro Jahr

Die E-Card als elektronischer Krankenscheinersatz soll mit einer einmaligen Jahresgebühr verbunden sein, erklärte Hauptverbands-Geschäftsführer Josef Kandlhofer Dienstag Abend in Innsbruck. Nach dem derzeitigen Stand seien jeweils zehn Euro "Serviceentgelt" beim ersten Arztbesuch geplant. Auf der Karte selbst sollen keine Daten festgeschrieben sein, vielmehr handle es sich um einen Schlüssel zu entsprechenden Informationen, präzisierte Kandlhofer.

Mit der Einführung der Chipkarte soll der Krankenschein wegfallen. Die Krankenscheingebühren würden den Gebietskrankenkassen derzeit 47 Mill. Euro einbringen, betonte Kandlhofer. Er spricht sich für eine gestaffelte Obergrenze aus. Denn mehr Arztkontakte würden nicht automatisch bessere Gesundheit bedeuten.

In den vergangenen Jahren war es bei der Einführung der österreichischen E-Card wiederholt zu Verzögerungen gekommen.