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Bush-Einsatz für Europas Jugend

Von Alexander U. Mathé

Europaarchiv

US-Präsident stellt sich Studenten. | Wien. Angst hatte Henry keine. Der erste Australier unter den Wiener Sängerknaben war auserwählt, mit seiner Truppe am Mittwoch für US-Präsident George W. Bush zu singen. "Das wird sicher ein Spaß", freute sich der 12-Jährige vor seinem großen Auftritt.


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Mehr Respekt flößte ihm da schon der Spürhund ein, der den Sängerknaben genau unter die Nase nahm: Strikteste Sicherheitsvorkehrungen beim EU-USA-Gipfel. Schließlich gilt es, den mächtigsten Mann der Welt zu schützen. Dessen neues Projekt ist es, dem Antiamerikanismus unter den Jugendlichen in Europa entgegenzuwirken. Dementsprechend verband Bush bei seinem Wien-Besuch das Angenehme mit dem Nützlichen: Gemeinsam mit seiner Frau Laura und US-Botschafterin Susan McCaw stellte er sich in der Nationalbibliothek den Fragen von Jugendlichen.

"Ich will, dass ihr in die USA kommt und das Land so kennen lernt, wie es ist und nicht, wie es manche Medien porträtieren", sagte Bush vor den 14 - hauptsächlich vom Balkan stammende - Studenten. Entsprechend schnell kam die Kosovo-Frage zur Sprache. Die USA unterstützten einen Dialog zwischen der serbischen Regierung und den separatistischen Kosovaren, erklärte Bush. Dabei müsse eine Lösung gefunden werden, "die der Mehrheit Rechnung trägt und die Rechte der Minderheit schützt." Es sei notwendig, im Kosovo einen funktionierenden Rechtsstaat zu schaffen und die Korruption zu bekämpfen. Nur so könnten Investoren angelockt werden, die dem Land Wohlstand bringen.

Nicht ohne eine gewisse Freude ließ Bush dann seine Frau erzählen, dass er ihr täglich in der Früh den Kaffee ans Bett bringe. Dann mussten die Medien den Saal verlassen. Zurück durften sie erst wieder zum großen Auftritt von Henry. Speziell für den US-Präsidenten gaben die Wiener Sängerknaben ein amerikanische Volkslied zum Besten. Und sangen zum Abschluss den Wiener Donauwalzer.

Der Präsident war begeistert. "Gut gemacht, Jungs!", rief dieser auf englisch. Hier schüttelte er Hände, dort klopfte er auf Schultern: Ein Präsident zum Anfassen. Henry blickte ebenso zufrieden wie Bush. Mission erfüllt.