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Bush rügt fürstliche Managergehälter

Von Edith Grünwald

Wirtschaft

US-Präsident will mehr Transparenz. | CEOs verdienen 821 Mal mehr als Mindestlohn. | NewYork. US-Präsident George W. Bush nimmt nun die explodierenden Managergehälter ins Visier: Bei seiner Rede "Zur Lage der Wirtschaft" an der Wall Street in New York hat er eine klare Botschaft an die Unternehmensführer der USA gerichtet.


"Die Aufsichtsgremien müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Ihr müsst aufpassen, welche Managergehälter ihr genehmigt", sagte Bush am Mittwoch. Die US-Regierung werde zwar keine Höchstgrenzen für die CEO-Gehälter festlegen. Aber die Investoren müssten erkennen können, wieviel die Chefs jener Unternehmen verdienen, in die sie ihr Geld stecken, plädierte Bush für mehr Transparenz. Auch sollten die Managergehälter stärker an den Unternehmenserfolg gekoppelt werden.

Zuletzt hatten mehrere Fälle von exorbitant hohen Entschädigungen in der US-Wirtschaft für Aufsehen gesorgt: So hatte der Chef der Baumarktkette Home Depot, Robert Nardelli, rekordverdächtige 210 Mio. Dollar (162 Mio. Euro) als Abfindung erhalten. Der "Golden Handshake" wurde Nardelli noch dazu nach einem Jahr äußerst schlechter Performance gewährt. Das Abfindungspaket des ehe maligen Chefs der New Yorker Börse (NYSE), Richard Grasso, in Höhe von 187,5 Mio. Dollar (144,7 Mio. Euro), führte sogar zu einer Klage gegen die NYSE-Aufsichtsräte.

Im Kleingedruckten

Die Aktionäre wissen oft nicht, welcher Anteil des Gewinns in die Taschen der Manager fließt und nicht in ihre Dividenden. Oft werden die Kompensationen im Kleingedruckten des Geschäftsberichts versteckt. Neue Gesetze sollen den Shareholdern nun mehr Einblick ermöglichen. Eine Initiative eines demokratischen Abgeordneten will den Aktionären Mitsprache bei den Managergehältern einräumen.

Die Lohnschere zwischen Chefs und Mitarbeitern hat sich in den vergangenen 25 Jahren stark geöffnet. Laut dem Economic Policy Institut verdient ein CEO heute im Schnitt 821 Mal so viel wie ein Arbeiter mit Mindestlohn. 1978 lag das Verhältnis bei 1 zu 78.

400.000 Dollar für Bush

Im Weißen Haus ist die Entlohnung im Vergleich mager: Der US-Präsident kommt selber "nur" auf 400.000 Dollar (307.000 Euro) Jahresgehalt.

Der Mindestlohn beträgt 5,15 Dollar pro Stunde bzw. 10.712 Dollar im Jahr. Bei der ersten Erhöhung seit zehn Jahren soll nun der Mindestlohn auf 7,25 Dollar angehoben werden. Die Kosten sollen durch die Abschaffung von Steuerprivilegien für Manager eingebracht werden.