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Business-Bücher: Lesen und lesen lassen

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft

getAbstract zeigt schnellen Weg zum Wissenserwerb. | Über 5000 Titel als Kurzlektüre für Stressgeplagte. | Bank Austria, OMV, Media Markt: Lektüre der Manager ist Privatsache. | Wien. "Die Psychologie des Überzeugens", "Karriere statt Burnout", "Führen, Fördern, Coachen", "Besser erklären, mehr verkaufen", "Nach der Krise", "Das Ende der Finanzmärkte" - die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Jahr für Jahr kommen unzählige Business-Bücher auf den Markt. Schätzungen gehen von etwa 10.000 Titeln aus, die weltweit die Regale der Buchhandlungen füllen.


Aber welche Titel sind wirklich lesenswert? Und wie schaffen es vielbeschäftigte Führungskräfte (oder solche, die es noch werden wollen) zeitlich, sich der Lektüre der wichtigsten Bücher zu widmen und so ihr Wissen zu erweitern?

Das 1999 gegründete schweizerische Unternehmen getAbstract bietet einen möglichen Ausweg aus dem Dilemma. Ein Team aus erfahrenen Wirtschaftsjournalisten und Redakteuren filtert aus dem Riesenangebot an Businessbüchern jährlich die rund 500 besten Titel heraus und fasst deren Inhalt kompakt auf fünf Seiten zusammen. Der Zugriff auf die "abstracts" erfolgt über Online-Abonnements.

Der unbeschränkte Zugriff auf die Datenbank mit mehr als 5000 Buchzusammenfassungen hat seinen Preis: Das sogenannte Business-Abo Gold kostet für zwölf Monate 299 Euro. Zusätzlich erhalten die Kunden jede Woche eine Zusammenfassung je nach persönlichem Interessenprofil per E-Mail. Seit 2005 sind auch Klassiker der Weltliteratur im Programm.

Unter den mehr als 1000 Abonnenten befinden sich international tätige Unternehmen wie Boeing, Microsoft oder UBS. Namen österreichischer Kunden waren getAbstract-Sprecherin Manuela Nieth nicht zu entlocken.

In Österreich gibt es noch großes Potenzial

Keine Kundin mehr ist jedenfalls die Erste Bank. Es habe ein Abo gegeben, aber "es ist nicht sehr intensiv genutzt worden", sagt Susanna Achleitner von der Personalentwicklung der Erste Bank. Um sicherzustellen, dass die wichtigsten Werke der Business-Literatur unter den Führungskräften verbreitet werden, fließen indirekte Literaturempfehlungen in Seminar inhalte ein. Es handle sich dabei weniger um Buchtipps als um aktuelle Artikel aus Fachzeitschriften.

Dennoch kann es vorkommen, dass bestimmte Bücher in der ganzen Bank die Runde machen. Sehr beliebt seien etwa die Werke des Managementexperten Reinhard Sprenger oder auch "Dschungelbuch der Führung" von Ruth Seliger, verrät Achleitner.

Keine zentral diktierte Pflichtlektüre

In der Bank Austria - bis dato keine Kundin von getAbstract - wiederum steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine 2500 Titel umfassende "Ausbildungsbibliothek" mit den Schwerpunkten Kommunikation, Management und Verkaufspsychologie zur Verfügung.

Auch im OMV-Konzern gibt es keine zentralen Literaturvorgaben. "Die überwiegende Mehrheit unserer Führungskräfte hat mehrere Fachzeitschriften im Abonnement. Diese variieren natürlich von Abteilung zu Abteilung", so Pressesprecher Sven Pusswald. Gelesen werden unter anderem "Personal", "ARD" (Aktuelles Recht zum Dienstverhältnis), "Training" (Magazin für HR-Management und Weiterbildung) oder das "Harvard Business Magazine".

Und beim Elektrohandelsunternehmen Media Markt wird betont: "Unsere Führungskräfte lesen eigenverantwortlich die jeweils relevante Fachliteratur. Es gibt keinen Kontrollmechanismus oder Standardprozess vonseiten der Personalleitung."