Zum Hauptinhalt springen

Business-Partner besser kennen

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft

Internet-Start-up Kompany bietet einfachen Zugang zu Firmendaten.


Wien. Russel Perry steht auf der Bühne und erzählt seine Geschichte: "Vor ein paar Jahren arbeiteten wir mit einer Firma zusammen, die eine Software entwickelte, die wir benötigten. Wir hatten bereits bezahlt, aber sie haben nie geliefert. Sie gingen nämlich bankrott." Er schwor sich, dass ihm so etwas nie mehr passieren würde, sagt Perry in dem Video, das bei der Next Web Conference in Amsterdam Ende April gedreht wurde.

Die unerfreuliche Episode brachte den "geborenen Anführer und Strategen" auf eine Idee, und er gründete im Februar 2012 gemeinsam mit langjährigen Freunden und Business-Partnern den E-Commerce-Anbieter Kompany.

Das Internet-Start-up bietet Sofortzugang zu verifizierten und amtlichen Daten von über 21 Millionen Unternehmen in 25 Ländern - insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die immer öfter grenzüberschreitendes Business tätigen, ein segensreicher Service. Sie können damit das Risiko ihrer Geschäftstätigkeit besser einschätzen und etwaige böse Überraschungen wie Ausfälle durch Betrug oder Inkassokosten vermeiden.

Das wird geboten: Die reine Firmensuche ist gratis, Auszüge aus dem nationalen Handelsregister oder Firmenbuch sowie Bonitätsauskünfte und Jahresberichte sind kostenpflichtig. So kostet etwa ein Firmenbuchauszug 12 Euro, ein Jahresabschluss 8 Euro.

Mit ihrer Geschäftsidee schafften es Perry und seine Partner bis in die Finalrunde der Start-up-
Rally von The Next Web (TNW). "Es gab weltweit 3000 Anmeldungen, 300 Start-ups durften einreichen, die 50 besten kamen auf die Shortlist, 16 ins Finale", freut sich Perry.

Old Economy glaubt an New Economy

Sitz der Gesellschaft mit dem exakten Firmenwortlaut 360kompany GmbH - Perry: "Ich war wegen des Namens viermal bei der Rechtspflegerin am Handelsgericht" - ist in Wien, und mittlerweile besteht das internationale Team aus 15 Mitarbeitern aus mehreren Ländern.

Seit kurzem ist auch ein neuer, prominenter Investor an Bord. Norbert Zimmermann, Ex-Vorstand und nunmehr Aufsichtsratsvorsitzender der Industrieholding Berndorf AG, bringt über seine Beteiligungsgesellschaft Livag GmbH 100.000 Euro bei Kompany ein. "Ein überzeugendes Team, ein handfestes, bedarfsorientiertes Projekt": Der Industrielle ist im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" voll des Lobs. Der Manager wird die Expansion des jungen Unternehmens auch als Berater und Coach begleiten.

Rund 1000 Kunden können zur Zeit über www.kompany.com auf Unternehmensdaten in 25 europäischen Ländern zurückgreifen. Die weiteren Pläne sind ehrgeizig: "In fünf Jahren wollen wir der leading hub weltweit sein und in 120 Ländern über 100 Millionen Firmen abdecken", sagt Perry. Der operative Break-even soll im zweiten Halbjahr 2014 erreicht werden.