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Butterberg langsam abgetragen

Von Ulrike Foisner

Wirtschaft

Auf dem heimischen Markt zeichnet sich eine Entspannung ab. "Der europaweite Milchüberschuss ist zurückgegangen, die Preise steigen wieder", sagte Tirol-Milch- Geschäftsführer Hans Partl gestern im Rahmen der Bilanzpressekonferenz.


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EU-weit wächst derzeit der Milchkonsum, während das Angebot zurückgeht. "Milchsee und Butterberg gibt es derzeit nicht", so der Molkereichef. Zur Absatzsteigerung würden auch die Seuchen BSE und MKS beitragen, "die viele Konsumenten zu Käseprodukten anstatt zu Fleisch und Wurst greifen lassen". Dies schlägt sich in der Bilanz nieder: 2000 stieg der Umsatz der Tirol Milch um 8,5% auf 1,8 Mrd. Schilling. Die Anlieferung wuchs um 6% auf 190 Mill. Liter Milch. Der größte Umsatz wurde mit 644 Mill. Schilling (36%) in Tirol erzielt, 34% oder 608 Mill. Schilling entfielen auf die übrigen Bundesländer, und 30% wurden vorwiegend nach Italien und Deutschland exportiert.

Von den günstigen Rahmenbedingungen sollen die Lieferanten profitieren. So bekommen die Bauern heuer rund 5,10 Schilling für den Liter Milch nach 4,70 im Vorjahr. Schon 2000 zahlte die Tirol Milch den besten Bauernmilchpreis der heimischen Molkereien. "Unser Ziel ist kein hoher Gewinn, sondern den Lieferanten, die unsere Eigentümer sind, zu einem hohen Einkommen zu verhelfen", so Partl.

Um das längerfristig zu gewährleisten, sei die Kooperation mit anderen Unternehmen essentiell. Erst kürzlich wurde die Zusammenarbeit mit der deutschen Gesellschaft Danone neu konkretisiert. Demnach vertreibt Danone das Fruchtmolkegetränk Lattella nur in Österreich und Slowenien, für den restlichen Export ist Tirol Milch selbst zuständig. Als ersten Schritt haben die Tiroler 20% der französischen Importfirma Copral übernommen. Copral soll neben Lattella auch Biokäse aus Tirol in die Regale französischer Lebensmittelhändler bringen.

Für das Jahr 2001 erwartet Partl sich eine Umsatzsteigerung auf 1,9 Mrd. Schilling. Gesteigert werden soll auch der Export von 30% auf 33%, während für das EGT eine Reduktion auf 15 (nach 18) Mill. Schilling erwartet werde.